ARGGH, FUCK, KILL!!!
Hallöchen liebe Aggropopper, Hedonisten, Scum-Punker und Terror-Teenies!
Da ja momentan alle sich "Dichter", "Musiker", "Maler", "Schauspieler" oder "Schriftsteller" nennenden kulturschaffenden Künstler-Promis ihren gefragten oder ungefragten Senf zum drohenden Irak-Krieg ablassen müssen,
will auch die einzigartige Supergroup des Aggropop, die TERRORGRUPPE nicht mehr länger mit’nem Statement auf sich warten lassen:
Bush ist ein Kriegstreiber, Saddam ein Nazi und die Friedendemonstranten zu mindestens 95% ignorante Blödschafe, die auch nur das nachplapppern, was Glotze und Regierung ihnen einbläuen!
Das will ich hiermal ein bischen erläutern: Wir haben es hier nämlich mit drei Lagern und ihrer Gefolgschaft zu tun:
Die US-Regierung und ihre "treuen Verbündeten", Saddam und seine Baath-Partei und schließlich "die Kriegsgegner": Friedensdemonstranten, die Bundesregierung, "die alten Europäer".
Jetzt kieken wir uns doch mal alle drei Gruppem genauer an:
"Die Amis"
Die US-Regierung und ihre Verbündeten wollen offenbar mit allen Mitteln
einen Krieg im Irak durchführen, irgendwie glaubt keiner mehr so richtig
daran, daß der Angriff nicht stattfinden wird. Die US-Regierung kämpft auf
allen Fronten den "Propaganda-Krieg", dazu werden auch mal Meldungen
verfälscht, oder wichtige Nachrichten unterdrückt oder Zusammenhänge und
"alte Seilschaften" verleugnet, schließlich war Saddam ja mal eine zeitlang
"ein zuverlässiger Freund und Partner" des Westen (mehr dazu unten).
Diplomaten u. andere Staaten werden unter Druck gesetzt, die
amerikanische Bevölkerung mit gleichgeschalteten News-Sendungen und
pathetischen Gottesdiensten auf den Krieg eingeschworen und Kritiker
in den USA ignoriert oder eingeschüchtert.
Deren persönlichen Freiheiten sind seit dem 11.9. sowieso schon schwer
eingeschränkt worden, Zensur und Kontrolle an allen Orten:
Fernsehsender, Websites, Buchhandlungen, Zeitschriften...
Aber warum wollen Bush und seine mächtigen Hintermänner eigentlich einen
Krieg?
Sicherlich nicht um "Demokratie und Menschenrechte" durchzusetzen, wie
man am Beispiel Afghanistan schön sehen kann, ein "demokratisches
Afghanistan" ist wohl noch genauso weit entfernt wie ein islamistischer
Bundesstaat Texas, aber die amerikanischen Truppen ziehen sich schon
nach einem Jahr wieder aus Afghanistan zurück, ohne sich weiter um den
"demokratischen Wiederaufbau" (ähem) des Landes zu scheren.
Also, es geht bei diesem Krieg sicherlich nicht um "Demokratie und
Menschenrechte" wohl schon eher um Erdöl und Erdgas, aber sicher nicht
nur...die USA hat noch viele viele andere Öl-Lieferanten.
Vielleicht glaubt die Bush-Regierung mit einem schnellen Sieg am
Golf alle wirtschaftlichen und inneren Probleme auf einen Schlag zu
lösen:
Vertrauen in Märkte und Geldanlagen, Steigerung von Nachfrage usw.
Die USA ist wirtschaftlich seit dem Zusammenbruch von New Economy,
11.September, den Konkursen von ein paar fetten Großkonzernen,
Börsenskandalen, Bankenkrise usw... ziemlich am Arsch,
vermutlich viel schlimmer als alle bisher ahnen.
Ein gewonnener Krieg schafft da "Vertrauen", Investitionen,
Wachstum...Hertha hatte recht...
"Der Schurke"
Der irakische Chef Saddam und seine Baath-Partei sind ehemalige
Ziehkinder und "zuverlässige Partner" des Westens: Seit den
70er Jahren wurde sie von Franzosen, Amerikanern, Deutschen,
Italienern... hofiert, gehätschelt und mit Waffen und Technologie versorgt.
Der Irak war ein guter Kunde, er zahlte sofort und bar mit den Gewinnen
des Ölgeschäfts.
Zu diesem Zeitpunkt wussten aber eigentlich schon alle der freundlich
gesonnen westlichen Staaten, um was für grauenhaften Vollfaschisten
es sich bei Saddam und seiner Clique handelte: Die Baath-Partei
hatte quasi wie aus dem Lehrbuch "Mein Kampf" bei ihrem Machtantritt
in den 60ern zunächst mal alle Kommunisten, Juden und mögliche
Regimegegner gefoltert, erschossen, erhängt, massakriert... Später
dann kamen noch missliebige "Andersgläugige" (Schiiten) und oder
Angehörige von "ethnischen Minderheiten", hauptsächlich Kurden, an die
Reihe, wofür dann sogar ganz in Nazi-Tradition echtes Giftgas eingesetzt
wurde.
Ausserdem befahl Saddam noch 2 Angriffskriege: einen gegen den Iran und
einen gegen Kuweit, und mit dem zweiten verschätzte er sich ein wenig:
seitdem ist er DER internationale Schurke in den Medien...aber erst
seitdem, alle seine anderen Verbrechen und Massaker (vermutlich 2
Millionen Opfer, davon 1 Million im Krieg mit dem Iran) wurden
und werden stillschweigend von den westlichen Regierungen toleriert.
Machen wir uns also nichts vor: Saddam ist ein totaler Nazi und
keinesfalls ein "anti-imperialistischer Vorkämpfer und Freund der
unterdrückten Staaten der Erde" für den ihn wohl manche halten,
und je eher der Tag an dem er weggefegt wird, umso besser für die
Menschen im Irak.
"Die friedlichen Schafe"
Und dann sind da noch die Kriegsgegner, "die Europäer", die
Friedens-Demonstranten und -Aktivisten, die aufgeklärten Journalisten
und die Bundesregierung.
Nie war sich ganz Deutschland (und weite Teile Europas) so einig: "Krieg
ist unmenschlich und böse". Stimmt ja auch, aber da war doch ein gewisses
Ereignis vor garnicht allzu langer Zeit...schon vergessen?
Denn um die deutschen "Pazifisten" mal näher zu betrachten, müssen wir bloß
4 Jahre zurückgehen und an den März 1999 zurückdenken: auch damals
drohte ein Krieg, der dann auch tatsächlich stattfand, allerdings ging
es nicht gegen einen Giftgas-bestückten Vollfaschisten im mittleren
Orient, sondern gegen Jugoslawien; ein "europäischer Nachbar", der nach
einem absurden Ultimatum der NATO, dass wohl keine Regierung der Erde
unterschrieben hätte, und ganz und gar ohne "UN-Resolution" in die Knie
gebombt wurde.
Mit dabei: die deutsche Bundeswehr, unter dem Befehl der gleichen
Regierung, die heute den Krieg als "unmenschlich und auf jedenfall
zu verhindern" bezeichnet.
Damals überboten sich die Sprecher und Minister der Bundesegierung mit
Beschwörungen und Vergleichen: die jugoslawische Führung als
massenmörderische Diktatur.
Der Verteidigungsminister, der Aussenminister, die Zeitungen und alle
Fernsehkanäle zauberten jeden Tag neue Horrormärchen vom "Auschwitz am
Balkan" und "Hitler in Belgrad" hervor:
Fussballstadien als KZs, Selektionen, tote Bürgerechtler (die aber am
nächsten Tag Pressekonferenzen abhielten), Flüchtlingsmassen im
Schneegestöber, obwohl doch die Wetterkarte 20°C anzeigte....
Deutsche Bomber flogen über Belgrad und 95% der Deutschen dachten "Hurrah!".
Mittlerweile haben sich die meisten dieser hysterischen
Gruselgeschichten als Lügen erwiesen, teilweise ganz geschickte Lügen,
aber grösstenteils plumpe Propaganda.
(Warum hört und liest man eigentlich in letzter Zeit so wenig vom
"Kriegsverbrecher-Prozess" gegen den ehemaligen jugoslawischen Präsidenten,
zuviel unangenehme Zeugenaussagen und Gutachten?? Muss vielleicht irgendwann
mal Scharping statt Milosevic vor`s Tribunal?)
In jenem März 1999 hatten die grössten Gegenkundgebungen von
Friedensdemonstranten in Berlin gerade mal geschätzte 5000 Teilnehmer,
und das obwohl doch die EIGENE Regierung in diesen Krieg verwickelt war,
obwohl es auch deutsche Bomben waren, die Jugoslawien plattmachten.
Der Rest schwieg oder stimmte dem Krieg zu.
Jetzt, im Februar 2003 stehen plötzlich 500.000 Menschen auf der Strasse
um gegen einen drohenden Krieg zu demonstrieren und ich würde gerne mal
wissen, wo diese Differenz von ca. 495.000 Demonstranten eigentlich im
März 1999 war.
Jedenfalls nicht bei einer Friedenskundgebung...
Warum gehen diese 495.000 Menschen heute auf die Strasse, wenn sie 1999
lieber zu Hause blieben? Was sind ihre Bewegründe?
Was sind die Unterschiede zwischen deutschen Tornados über Belgrad und
amerikanischen F-16 über Bagdad?
Was sind die Unterschiede zwischen Milosevic und Saddam, wo doch jeder
sofort sehen müssen, dass der Erstere auf dem Gebiet des
verbrecherischen Despotentums nicht 1/1000tel der Energie entwickelte
wie der irakische Schnauzbart-Typ.
Unterschied 1: die Angst um den eigenen Arsch:
Milosevic besass halt unter Garantie keine Giftgas-, Pocken-, Milzbrand-
und Atom-Waffen in seinem Arsenal, bei Saddam kann man sich da aber nie so
ganz sicher sein...und überhaupt: "Es droht ein Flächenbrand", wie die
Kriegsgegner immer wieder beschwören...
Die Motive solcher "Friedensaktivisten" kann man dann auch so
zusammenfassen:
"Krieg ist zwar unmenschlich und böse, aber wenn der Angegriffene sich
nicht wehren kann, dann ist`s auch nicht so schlimm".
Unterschied 2: Glauben, was Sie einen glauben machen wollen:
Diese deutschen 495.000 Kriegsgegner sind halt nicht im geringsten die
"kritische, Widerstand leistende Masse" für die sie sich im Moment
halten, sondern doch nur dieselbe dumme ferngesteuerte Herde Schafe,
die sie schon 1999 waren. Die Medien versuchen nun seit 3 Monaten ein
besonders kriegs- und Amerika-kritisches Bild zu liefern und die Masse
schluckt es, genauso wie Glotze und Presse 1999 eine besonders
Hurrah-patriotisch verzerrtes Greuelbild vom "bösen Serben" bedienten...
Ich hab überhauptnix gegen Medien, die ein Kriegs-kritisches Bild
vermitteln, aber in diesem Fall muss die grosse Allianz aus Journalisten,
Pazifisten, Bundesregierung, konservativen Christen und radikalen Linken
(und auch Ultra-Rechten!) jeden einigermassen nachdenklichen Menschen in
Erstaunen versetzen.
Sicher ist, daß die Medienberichte ganz erheblich zur Mobilisierung von
soviel Friedensvolk beigetragen haben.
Warum aber liefern die meisten deutschen Zeitungen und Sender zur Zeit
ein solches Bild, und warum taten sie es nicht 1999?
Ganz einfach: ein Krieg gegen den Irak ist halt nicht von nationalem
deutschen Interesse! Nicht im Interesse der deutschen Politik und
Witschaft.
Ihr glaubt doch nicht etwa, dass Schröder und Thierse aus
moralischen Gründen gegen diesen Krieg sind, oder?
Und wenn die dicke Grünen-Heulsuse Claudia Roth in einer Talkshow
jammert, man müsse einen Krieg "um jeden Preis" verhindern, tut sie
dies doch wohl kaum aus "humanitären" Gründen. Dann hätte sie doch auch
1999 bei den Kriegsplänen gegen einen viel harmloseren "Schurken" die
Friedenstränen drücken müssen. Hat sie aber nicht.
Und ihr glaubt doch nicht, dass Joschka Fischer aus pazifistischen
Bewegründen gegen einen Krieg im UN-Sicherheitsrat stimmt, das ist doch
genauso ein totaler Blödsinn wie die Behauptung, die USA wollen einen
Krieg um "Demokratie und Menscherechte" zu verteidigen.
Das Ganze sieht nämlich so aus:
Was momentan gut für die USA und deren Wirtschaft ist, ist noch lange
nicht gut für den alten europäischen Kontinent und dessen Wirtschaft.
Was gut ist für amerikanische Vormachtstellung und Einfluss, ist halt
noch lange nicht gut für deutsche (und französische) Interessen:
Im Fall Irak ist es z.Zt. einfach besser und bequemer es bleibt alles
beim Alten, gute Geschäftsbeziehungen, Erdölverträge, und KEINE
amerikanische Vormacht in den arabischen Staaten sondern europäische
Wirtschaftsmacht.
Das heisst aber nicht, daß es nicht vielleicht schon in ein paar Monaten
einen anderen neuen Feindstaat gibt, bei dem dann nicht mehr die
Friedenstränen gedrückt werden und die Regierung verkündet, einen Krieg
"um jeden Preis" verhindern zu wollen, weil es dann wieder im Interesse
Deutschlands ist.
Dann dürfen auch die Tornados wieder fliegen und die "Friedensbewegung"
wird zuhause vor der Glotze sitzen, um sich Horrorgeschichten vom
feindlichen Schurken anzuhören.
Die deutsche Ablehnung des Krieges durch Regierung, Regierungsparteien und
deren Anhänger und Klientel ist genauso patriotische nationalistische
gequirrlte Scheisse wie der amerikanische Kriegskurs, kein Stück
besser.
Und wenn so ein Friedensdemonstrant ein Schildchen mit "Schröder, wir
halten zu dir" auf der Demo herumträgt, dann trifft er damit ziemlich
genau den Nagel auf den Kopf, Peacehappening for Vaterland.
Unterschied 3. "Immer diese Amis"
Nicht OBWOHL sondern WEIL eine deutsche Beteiligung am Krieg gegen den
Irak so gut wie ausgeschlossen ist, marschieren jetzt 500.000
Friedensdemonstranten durch die deutsche Hauptstadt. Die Demo geht ja
nicht gegen "uns Deutsche" sondern gegen die blöden Amis!
Endlich mal!
Unsere Bomber haben ja über Jugoslawien die Menschrechte verteidigt,
aber "die Amis im Alleingang" kämpfen doch nur, um die Weltherrschaft
zu erlangen...das war doch schon im 2. Weltkrieg so, die haben doch nur
den Hitler bekämpft um hinterher mehr Coca Cola zu verkaufen...oder?
Ist doch wahr, sind die nicht böse und skrupellos, diese Amis? und dumm?
Die tragen auf der Strasse Waffen und ballern damit rum, die verhängen die
Todesstrafe, die können nichts ausser fernsehn, die wissen nix von
Kultur ausser Comics, sie fressen nur Hamburger, ihre Konzerne und
Spekulanten beuten die 3.Welt aus...und die Indianer in den Reservaten.
Kommt nicht sogar dieser ganze "Kapitalismus" aus Amerika? ...und dieses
andere Ding, wie heisst das noch? "Globalisierung"?
Wir Europäer sind ja doch viel zivilisierter als die dummen
amerikanischen Cowboys und ganz besonders "wir Deutschen".
Die Welt wäre doch viel besser dran, wenn alle so wären wie wir...
deutsche Landwirte statt Cowboys, Viehmarkt-Kirmes statt Rodeo!
Blutwurst statt Burger! Musikantenstadl statt MTV!
Heinz Rudolf Kunze statt Kiss und Madonna! Wir wollen Volker
Schlöhndorff statt Steven Spielberg! Didi Hallervorden statt Marx
Brothers!
Grass statt Hemingway! Volkswagen, nicht Pontiac! Daily Terror und
Normahl statt Bad Religion!
Who the fuck is Curt Cobain? Roy Black is our dead Hero!
Wir blicken auf 2000 Jahre Geschichte zurück, auf die wir Stolz sein
können: gebildet, kultiviert, zivilisiert ... naja ok...etwa alle 30-40 Jahre
ein Krieg, ok ok...
alle 100 Jahre ein Judenpogrom, und 2 massakrierte Revolutionen, ein paar
hunderttausend gekillte Bauern gab`s auch mal im Mittelalter, ein
30jähriger Krieg (aber da gings ja um den richtigen Glauben und nicht um
Öl), dann noch 2 verhältmismässig kurze aber dafür um so deftigere
Weltkriege, ein Völkermord, Senfgas und Zyklon B ...und Raketen, später ein bischen
Ausländerfeindlichkeit...
aber wir haben ja gelernt, wir sind doch jetzt noch viel zivilisierter als
wir sowieso schon waren;
wie sagte doch unser deutscher Aussenminister:
"Die Erfahrung von Auschwitz hat gezeigt, daß sich soetwas nie wieder
wiederholen darf"
(dann starteten die deutschen Kampfjets nach Jugoslawien, im März 1999)
Johnny Bottrop und TG