Archis lustiges Tourtagebuch A.L.TTB 1999
A.L.TTB 2000
J.B.T.D. 2000 english
M.W.TTB 2001
S,S,S-T 2002
10 Jahre 2003
Brazil 2003 english | deutsch | português
Berlin 2003
Rohe Weihnachten 2004

01.04.00 D Berlin Knaack-club "Record Release Party"

April, April wir spielen doch!!!!!
Seit 3 Wochen ist das neue Album raus und wir haben ausnahmsweiße richtig geprobt.
Heute soll die erste Record-Release Party sein und auch noch im osten Berlins. Für uns die immer nur in Kreuzberg spielen ein kleines Wagnis. Aber der Vorverkauf läuft bestens und der Club ist auch nicht gerade eine Stadthalle. Wir haben uns einiges vorgenommen. Ein knappes 2-Stunden-Set mit reichlich neuen Songs, Punkrockkaraoke, Diashow, Punkrock dj, geile Vorband und, und, und... Value for money eben. Da kann sich also keiner über den Eintrittspreis (19.-) beschweren. Und wenn doch wieder so´n Klugscheisser ankommt, kann ich gemütlich antworten: "Du bist nicht aus Äthiopien und ich nicht das Rote Kreuz".
Der Soundcheck verläuft planmässig und wir haben genügend Zeit unsere verstaubte Backline aus dem Winterschlaf zu wecken. Die netten, alten Herren von "Rasta Knast" tauchen auch langsam auf und wir schwulen uns schon mal ein bißchen warm. Ich bin ein bißchen verkatert, da ich mit unserer netten Promodame von Epitaph die nacht am Tresen, bei einigen Mojitos verbracht habe.
Um 20.00 kommen dann schon die ersten Irren und Mutti Masturbation legt schon mal prima Punkrock-Hits auf. Zeitgleich started Meister Zip seine Diashow " Ich und meine Familie".
Er hat irgendwann mal wildfremde Familiendias gesammelt und die sind so assi, dass es schon wieder voll geil krank kommt. Die ersten Leute sehn sich auch schon mit diesem typischen "die spinnen die Römer" - Blick an. Gewonnen. Im Osten kommen die Menschen etwas langsamer, was sexuell natürlich durchaus seinen Reiz hat (das weiss ich weil ich ja der beste Stecher Deutschlands bin) , jedoch am heutigen Abend der Grund ist, warum wir "Rasta Knast" etwas später auf die Bretter schicken. Die Jungs ballern dann doch los und die Leute tauen langsam auf.
Backstage sitzt ein alter (im wahrsten sinne des wortes ) alter Freund von mir der ständig unseren Soundmann Adam küssen will und mir dann auch bündig vor die Füsse kotzt. Die Beatsteaks lassen sich auch noch kurz da hinten blicken und schütteln wieder allen die Hände (komische angewohnheit). Arnim probiert dann nach einigen Überredungsanläufen doch einen kleinen Schluck von der Fernetflasche und sieht danach reichlich seltsam ausser Wäsche. Is ja noch jung der gute. Ich sing mich mal wieder warm und dann isses auch schon soweit. Als unser seltsames Introtape losgeht (so´n bekloppter Antidrogen Song mit schmierigster Krautrockuntermahlung) ist der Laden richtig voll und es wird auch schon langsam warm.
Wir legen los und irgend so´n Hirni spritzt mir sein Bier inne Augen so das ich den "Warm Up" und "Enemy Nr. 1" völlig blind spielen muss. Scheisse ich kann gar nicht beobachten wie die neuen Songs ankommen. Sing ich überhaupt ins Mikro? Es stellt sich heraus, dass der Bierspritzer mein sogenannter alter Kotzfreund war. Danke Schlotter. Der Vogel kommt dann nach ein paar Songs erstmal auf die Bühne und fällt besoffen wie er eben war ins Schlagzeug.
Steve bekommt so´nen gefährlichen Blick. Dann singt/lallt Schlotter mit uns Karaoke."Deutschland" von Slime. Während des Vortrags überleg ich mir ob das wirklich so´ne gute Idee war. Schlotter fällt zum Glück nicht nochmal ins Schlagzeug sonst hätte im Steve wohl die Nase gebrochen. Wir spielen uns durch neue und alte Lieder. Es scheint als würden uns die Leute sogar richtig lieben. Auf alle Fälle gehts richtig los. Zwischendurch singt ein sehr begabter junger Aggropopper "Anarchy in the Uk" und "Blitzkrieg Bop" mit uns und bestätigt mir damit, dass die Punkrockkaraoke Geschichte doch ganz cool is. Die Magic Feuer Frosch Showeinlage geht sowas von schief, dass die Leute wieder denken es wäre einer unserer bizarren Ideen und ganz im Sinne des Erfinders. Und so spielen wir uns bis zum Ende des Hauptsets wo ich mich bei "Wochenendticket" wieder triebhaft ausziehen muss, bevor irgend so ein Pregeouteter es wieder lautstark von mir verlangt. Coolerweisse lassen sich auch einige andere richtige Punker auf dieses Spiel ein und auf einmal stehen 5 nackte Punkerleiber vor der gierigen Menge und zucken. Wir spielen noch zwei superlange Zugabenblöcke und dann ist schon der 2. April.  Berlin rockt immer wieder und nach der Show wird fleissig gefeiert. Bis 7 uhr morgens in verschiedenen Kneipen. Unsere Plattenfirmatante beweisst noch Stiel und verkloppt so´n dummen Biker im Franken und ich fall morgens um 7 befriedigt inne heimische Heia.  Danke Ost-Berlin.

 

   
"Adam Hamlett" - "the soundsnail"
 
"Max Amaretto + Fanta enjoy your local catering"
 
"Höhni (Rasta knast) stoned out of his mind"
 
 
06.04.00 D Dresden Scheune Record Release Party

So jetzt geht`s richtig auf Tour. Um 12.00 uhr steht der Nightliner vor unserer Probebude und  "Rasta Knast" liegen auch schon drin und stinken. Endlich wieder der gewohnte "Jetzt bin ich auf Tour - Geruch" in meiner Nase. Unser ganzer kram passt auch glücklicherweisse in den Bauch des rollenden Tour-Mobi Dicks und unser Lieblings - Busfahrer "Andy Möller" (der heisst wirklich so) sitzt am Steuer. Da kann ja nix mehr schief gehn. Ruckizucki sind wir in Dresden und die Dresdner- Neustadt (wo der Club liegt) entpuppt sich als Mini -Kreuzberg. Der Club ist kultig das catering phenomenal die Pa-Anlage in Ordnung und alle haben sehr gute Laune.
Aufbau und Soundcheck gehn flott, denn wir haben ja Max und Adam dabei. Heute spielt ausser Rasta Knast noch `ne dritte Combo. Hardcore - blöderweisse hab ich den Namen schon wieder vergessen. Zip Schlitzer zeigt wieder seine Diashow, Mutti Masturbation seine Punkrock-Singelcollection und das langsam eintreffende Puplikum leichte ignoranz. Naja, euch kriegen wir auch noch weich. Die Hardcore-Band macht ordentlich krach, ist zwar nicht so mein fall aber die Jungs machen das was sie machen wenigstens richtig. Rasta Knast spielen heute richtig auf, den Leuten scheints sehr zu gefallen und sie werden langsam mehr und weicher. Als wir mit unserem beknackten Introtape beginnen ist der Laden mit 250 leuten gut voll und für einen Donnerstag eigentlich voll geil. Ausserdem ist das Puplikum wieder `ne gesunde Mischung aus allen verschiedenen Punkstielen was eigentlich ganz im sinne der Erfinder ist. Und von Anfang an gehen die Jungs und Mädels richtig mit. Ein Typ singt ´ne geile Version von "London Calling" mit uns und ein anderer eine "eher Hip Hop version" von "Deutschland". Der Magic-Feuer-Frosch kommt heute erstaunlich professionell rüber und auch heute denken die Leute, dass es sich so ansehn und anhören soll. Macht scheisse viel spass . Wir spielen ein komplettes Set incl. Alles was wir an Zugaben haben. Macht 1 ½ Stunden. Yes. Hinterher wird noch bis 7 Uhr Morgens im Bus gefeiert, was bedeutet, dass der chzechische Grenztyp einen derart verstralten Haufen zu sehn bekommt, dass es ihn rückwärts wieder auss`m Bus zieht und er unseren Busfahrer erstmal mit irgendwelchen Autobahnveniettenkram pisakt. Wichser blöder.
Steve ruiniert noch schnell mal nebenbei meinen Cd Player und ich schlafe friedlich ein und träume von splitternackten, pussyrasierten, rudelfickenden Schachspielerinnen.
Super Dresden, wir kommen wieder.

 

 
   
"Adamski: Jawoll!!"
 
"SM WEST'S NEW RELIGION"
   
07.04.00 A Wien Arena "Record Release Party"

Hurra endlich wieder Arena. Das ist immer wieder ein Tourhöhepunkt. Als wir ankommen wartet schon die nette Dame vom österreichischen Vertrieb und buttert uns einige Interviews unter. Dann können wir uns endlich den Dresdner Pogoschweiss abduschen und danach gibts auch schon lecker Frühstück. Die leute aus der Arena sind mit die gast- band- und-punkerfreundlichsten Menschen auf dem Planeten. Der Vorverkauf ist orgasmisch obwohl wir heute gegen die Ärzte spielen, die in einem anderen Club der stadt aufspielen. Soundcheck und abendessen schmecken gut, viele wiener freunde kommen backstage zur audienz und pippinger (der koch) läuft zur höchstform auf. Während Schlitzer und Masturbation ihre Show abliefern wird unser Kommerzmann "Fanta" mit dem entfesselten Konsumverhalten der Österreicher konfrontiert wird. Nach einer halben Stunde hat er schon 3 Motive ausverkauft und plärrt ständig nach Hilfe.
Rasta Knast legen heute ihren bisher besten Gig hin und kommen auch dementsprechend bei den "Ausies" an. Als wir dann losbrettern ist anscheinend alles Palleti. Von österreichischer Trägheit ist hier nix zu merken, alles singt und tanzt fleissig mit und ich frag mich wer den nun zur Ärzte - Show gegangen ist. Bei der ersten Karaoke- Einlage stürmen plötzlich an die 30 Leute die Bühne, so dass wir abbrechen müssen da sonst die Verstärker umfallen. Karaoke ist bei diesem Puplikum nicht gerade die beste Idee. Nicht wenn die Show heute noch bis zum bitteren Ende gehen soll. Der Magic Feuerfrosch spuckt heute phenomenales Feuer und heizt richtig ein und ich finde sogar einen ebenfalls nackten Punkrockpartner für mein finnisches Gesellschaftsspielchen. Allerdings krieg ich beinahe ´nen Steifen wärend er mich zu wichsen versucht und fang zu lachen an. Verloren. Wir spielen die Show wiedermal bis ganz nach hinten und die lLute sind richtig fertig....... wie auch wir. Dummerweisse muss ich nach der Show gleich inne Heia da ich tierisch heisser bin und nicht meine Stimme riskieren möchte.
Die andern feiern noch und der T-Shört-Boy meckert und flucht über irgendeine Kundin. Keine ahnung was dem über die Leber gelaufen ist.
Wien rockt und Haider + Kammeraden können diesen und alle folgenden österreich Abende der Terrorgruppe auch nicht verhindern. HAHAHA wer sitzt da nun am längeren Hebel ,hä??
 

 

 
08.04.00 SUI Zürich Dynamo Record Release Party

Wenn ich was Hasse, dann wenn der Bus in Arsch geht. Kardanwelle !! Was zum Teufel ist das denn schon wieder? Unser Busfahrer Andi hat den Mobi Dick auf ´nem Parkplatz bei Memmingen geparkt. Noch 130 km bis Zürich, fuck. Wir müssen in so´n Ersatzbus umsteigen. Ohne Betten.
Wir kommen uns vor wie so´ne Bundeswehrkompanie auf der Wochenendausflug zum Hosen-Konzert. In Zürich ist super Wetter und das allgemeine befinden steigt. Das Dynamo ist ein sehr kleiner Club und die nette Tante vom Club meint, dass wir heute äusserst ausverkauft sein werden. Tja, Kommerz mit Herz halt. Allerdings hat der Koch des angrenzenden Speiselokals anscheinend noch nichts von unserem "Erfolg" mitbekommen. Ich glaube der wollte uns Punkerschweine ein wenig vergiften. Nach dem Essen wird der Bottrop allmählich grün. Der Club ist nach einer Stunde restlos ausverkauft und die beiden afrikanischen Security-Riesen müssen an die 100 enttäuschte Kids nach Hause schicken. Bottrop wechselt seine Gesichtsfarbe und klagt über Bauch- und Kopfschmerzen, als Rasta Knast die Sauna noch heisser machen. Geiler Gig für die jungs.
Die Schweizer drehen voll am Rad. Und der Umbau dauert ein wenig. Nun hör ich auch schon unseren T-Shört Mann Fanta den Backstage vollkotzen. Der Mann röhrt wie ein notgeiler 16-Ender während der Brunftzeit. Wir spielen fast 1 ½ Stunden. Bottrop reisst sich zusammen und macht gute Miene zu seiner Lebensmittevergiftung, doch wechselt er im Minutentakt seine Gesichtsfarbe wie so´n Cameleon. Manchmal seh ich auch Fanta am Backstageeingang lehnen bevor er dann wieder inne Schüssel röhrt. Der Mann sieht schon aus wie ein Zombie. Den hat´s richtig erwischt.
Der "Magic Feuer Frosch" darf heute leider nicht spucken. Der Club ist so niedrig, dass er aus Punkern Skins machen würde. Wer will denn sowas? Aber die Stimmung ist bestens und wir spielen heute äusserst gross auf.
Nach dem Konzert fällt noch ´ne betrunkene Punkerfrau in den Kanal vorm Club und wir laden unseren Ersatzbus ein. Fanta und Bottrop bekommen noch einen Kotzeimer und ab gehts zurück zu unseren geliebten "Tourbus-Spermahöhlen". Auf der Fahrt weicht auch langsam die natürliche Farbe aus Steve´s Gesicht. NR. 3. Am nächsten Morgen ist der Mobi Dick wieder repariert und ab gehts per Krankentransport nach Schweinfurt. Übrigens, ich glaube wir haben Mutti Masturbation in Wien vergessen. Shit happens.

 

 
09.04.00 D Schweinfurt Alter Stadtbahnhof

Mutti Masturbation fehlt mir irgendwie. Dafür fährt unser Bus wieder. Wir kommen am frühen Nachmittag in Schweinfurt an. Schweinfurt!!!! Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Und das noch auf einen Sonntag. Kann mir irgendwie nicht vortstellen, woher hier am Sonntag Leute kommen sollen. Die Bayern saufen doch am Freitag und Samstag so viel ,dass die am Sonntag halb tot inner Kiste liegen. Schaumermal. Die Bouncing Souls sind auch schon da. Nette Jungs und ich freu mich den Haufen mal wieder zu sehn. Der Heini vonner örtlichen Pa-Anlage muss sich leider ablegen, nachdem er vom Joint unseres Soundmanns Adam gezogen hat. Darum verzögert sich die Sache doch um einiges. Bottrop und Maschine liegen komplett flach. Mir gehts allerdings bestens. Um 20.00 uhr trödeln dann auch die ersten Sonntags-Bayern ein. Mehr als 200 Peopels werden das heute bestimmt nicht. Rasta Knast gehen als erstes auf die Bretter und habens sehr schwer. Die Leute gehen auf 10 Meter Sicherheitsabstand und stehen rum als hätten sie einen Besenstiel verschluckt. Dann spielen die
Bouncing Souls. Geile band aber heute reichlich unmotiviert. Allerdings holen jetzt einige wenige ihre Besenstiele raus und fangen an zu tanzen. Wir gehen so um 23.30 uhr auffe Bühne und nach den ersten 3 Songs taut das Eis. Die erste Karaokenummer ist "Blitzkrieg Bob" und so ein netter Franke meistert den Song mit Bravour. Ein anderer singt noch ´ne coole Version von "The Brews" und der der Rasta Knast - Drummer ´ne obercoole Version von "Anarchy in the Uk".
Na also, doch kein Totensonntag. Der Magic Feuerfrosch spuckt aus allen Löchern und die Jungs und (diesmal leider wenig) Mädels lassen sich von mir noch zu ´ner schönen Punkrock-Polonäse überreden. Als ich mich dann bei "Wochenendticket" meinen Klamotten entledige, reisst sich noch ein kleiner Punk die Fetzen vom Leib und pogt wie ein Derwisch über die Tanzfläche.
Schwupp, da steht er auch schon in einer Glasscherbe. Autsch. Überall Blut. Max unser Roadie zieht im die Scherbe aussm Fuss und pinkelt noch ordentlich drüber, zwecks säuberung der Wunde. Ein richtiger Punker spürt keinen Schmerz. Wir spielen noch einige Zugaben und die Sonntagspunker können sich als gerockt betrachten. Bottrop und Maschine haben sich nichts anmerken lassen. Und sogar Fanta läuft beim T-Shörtverkauf fast zur alten Hochform auf.
Wir sind halt doch  Punkprofis. Nach einer Stunde feiern setzt sich der Bus richtung Heimat in bewegung. Ich penn allerdings in Schweinfurt bei den Punkern, weil die so knackige Ärsche haben. Homo heil.

 

21.4.00 NL Hengolo Metropool
Heute müssen wir wieder weit fahren. Auch haben wir nicht so´n grossen Bus sondern nur einen winzigen Van. Trotzdem hasse ich lange Fahrten. Draussen scheint die Sonne und ich muss im  Bus sitzen, es ist heiss wie inner Sauna und das Arschwasser geht, steht und wird langsam trüber und trüber. Zum Glück gehts heute doch sehr schnell. Nach 10 Jahren scheint die A4 endlich fertig renoviert zu sein. Es ist unglaublich, kein Stau. Als wir vorm Club in Hengelo abparken und rumlungern gesellen sich auch schon einige Clubangehöhrige zu uns. Gegenüber den andern Holländern die ich bis jetzt kennengelernt habe, sind die Vögel allerdings äusserst reundlich zu uns "Deutschen". Die wollen sogar lieber Deutsch reden als Englisch. Das kommt selten vor. Wir kiffen uns voll, kotzen noch ein paar Coffeeshops voll und reparieren erstmal ein paar Kleinigkeiten unserer Anlage. Wir haben heute zwei neue T-Shirt - Damen dabei die sich mit holländischem Marshmellow vollstopfen. Sie werden von uns liebevoll Rosetta und Brian (?) genannt. Die Bouncing Souls welche hier heute die Topacts sein werden kommen dann auch schon bald und machen schnell Soundcheck da sie nicht so zugedröhnt sind wie wir.
Unser Soundcheck dauert entsprechend länger. Dann ist da noch so´ne Hardcore Combo, bestehend aus gefährlich aussehenden Skins. Allerdings sind das voll die netten Bärchen. Mit dem Gitarristen von denen würd ich ja auch mal gern.
Leider kommen Heute nur maximal 100 Leutchen. Allerdings haben die anscheinend schon bei der Hardcoretruppe eine gute Zeit. Auch bei uns wird wild getanzt, Karaoke gesungen und die Holländer klatschen auch gern. Es macht Spass und die Holländer wollen hinterher unsere Hände schütteln. Aber die Bouncing Souls kommen heute äusserst cool rüber und am Ende sind wir wirklich froh nach Hengelo gefahren zu sein. Nachts haben wir noch ein nettes Matratzenlager bei 2 süssen Mädels und ihr könnt euch ja ausrechnen das 5 Jungs und 4 Mädels eine nahezu ausgewogene Gruppe ergeben.

 

 
22.04..00 D Ibbenbüren Scheune
Nach einer anstrengenden Fahrt von zirka 30 Kilometern sind wir auch schon zurück in Deutschland und am Ort des heutigen Geschehens. Auf unserer Tour 1995 waren wir schon mal im Teuteburgerwald und es gab auch hier ein mittelschweres Skandälchen. Die Stadtväter welche die "Scheune" mit finanziellen Mitteln unterstützen, regten sich tierisch über unser damaliges Tourplakat in Doppel-Din A 1 auf. Dabei stand doch nur relativ klein Live Pogo-und Fickparty drauf. Sogar die lokale, auflagenstarke Ibbenbürener Provinzzeitung schrieb ´nen fetten Artikel darüber.
Diesmal hat der Ingo (Veranstalter und Sänger bei Donots) wieder den Unmut der CDU Kulturpolitiker provoziert, indem er Flyer verteilte, auf denen ein Foto von olle Schäuble zu sehen ist + Sprechblase: "Ich glaube mich an ein Treffen mit der Terrorgruppe erinnern zu können" oder so ähnlich. Sehr gut, der mann beweist Geschmack. Den Nachmittag bringen wir mit unspäktakulären Tätigkeiten wie "Soundckeckmachen", Blödrumquatschen", "Cateringbewundernunddannaufessen","Sichdarüberunterhaltenobformel1guckencooleristalsbundesliga" und "Denvorbandserklärenwassievonunsereranlagebenutzenkönnenundwasnicht" Das einzige was wirklich merkwürdig war ist, dass Brian nachdem sie am Abend zuvor von meinen Schlankheitstropfen Tropfen probiert hat, nur noch einsilbige Wörter verständlich aussprechen kann.
Ausser den Vaders die mich ein bißchen an eine Mischung zwischen Ramones und Dickies erinnerten, kann ich mich leider nicht mehr an die Namen der andern Combos erinnern. Auffallend war nur, dass sie alle so ein bißchen nach den Donots klangen. Wir hatten eine sehr gute Show. Die Leute schienen richtig Spass zu haben. Hinten tanzten die Bardamen auf dem Tresen. So ´ne Gruftitante kam einige Male auf die Bühne begrabschte mich, wurde spitz und versuchte dann ein bißchen mitzusingen. Wir spielten das ganze Set durch, Zugaben mussten wir auch noch reichlich spielen und ich kann mich auch noch an zwei astreine Karaokeversionen von Deutschland (Slime) und Blitzkrieg Bob (Ramones) erinnern. Die zweitere sang der Basser der Vaders. Am Ende kamen dann auch noch die Bullen. Der Abend ging dann allerdings noch sehr gemütlich zu Ende. Danke an alle Scheunenleute.

 

 
23.04.00 D Tilburg 013
Heute spielen wir mit Blink 182. Das wird ein Spass. MTV spielen die 24 Stunden am Tag hoch und runter. Teenieshow pur. Die Halle ist Hölle gross und wir kriegen sogar ´nen langen Soundcheck. Die Blinktypen entpuppen sich als sehr nett und auch ihre Crew sind umgängliche Typen. Der eine vogel ist sogar der Bruder vom "Agent Orange" Gitaristen und von dieser band sind wir ja alle große Fans. Als wir um kurz vor 8 auf die Bühne gehen, ist die Halle auch schon gut mit kleinen Mädchen gefüllt. Grossartig. Jeder noch so kleine Gag wird aus tausend jungfräulichen Mädchenkehlen belacht und ich komm tierisch in Laune mich auszuziehen. Mal sehen wie das kommt. Meine socken sind eh schon durch also schmeiss ich sie ins Getümmel. IIIIIIIIIIGGGGGGGGGITTTTTTT!!!!! Ein raunzen geht durch die Mädchen als ich dann Nackt vor ihnen steh. Yes...volle Granate gepunktet. Nach einer halben Stunde und 2000 nassen Mädchenslips verabschieden wir uns und werden mit freundlichem Aplaus verabschiedet. Die Bouncing Souls und Blink 182 haben nach uns leichtes Spiel, da wir die Meute schliesslich prima warm gemacht haben. Wir feiern noch vorm T-Shirt Stand mit den Souls, die wir heute ja zum letzten mal für dieses Jahr sehen und Brian will mehr Tropfen. Allerdings hat sie Schwierigkeiten mir ihr Verlangen mitzuteilen. Anzumerken wäre an dieser Stelle vielleicht noch, dass unser Gott der Hedonistischen Heilsfront beim Versuch die Barrikaden zu übersteigen, von einem netten aber bestimmten Securitymann abgefangen wurde, der auch noch kleiner und schmächtiger war als der Gott selbst. Schwächling!!!

 

 
24.04.00 D Solingen Getaway
Heute wieder Deutschland. Klingt gut, wa? Fast wie irgend son Wahlkampfmotto der Hessen CDU. Solingen.... kommen da nicht Accept her? Heute ist hier im Getaway ein Festival geplant. Um 12.00 Uhr Mittags haben die uns in Tilburg ausm Hotel gekickt. Scheiss Hotels, immer so früh aufstehn. Wir sind also schon um 2 Uhr Nachmittags in Solingen und lungern da so rum. Noch nicht mal die PA (was soviel heisst wie : Prima Anlage) ist aufgebaut. Also bleibt uns reichlich Zeit um Faxen zu machen. Der Soundcheck dauert eine Millionen Jahre und ist sehr unbefriedigend, weils auf der Bühne nachwievor zum Kotzen klingt. Die Yeti Girls sind auch schon da. Und wir lungern wieder rum. Dann kommen auch die Skin of Tears und Strech Outs. Das ganze entpuppt sich als ein verdammt langer Tag, mit tausend unbefriedigenden Smalltalks und jeder menge Warterei. Das Konzert geht dann auch langsam los. Die Strech Outs sind ´ne Kiddicombo die allerdings richtig Gas geben können. Punkrock mit Gebläse und so. Der Sänger mach ein bißchen auf Rancid. Gefällt mir ganz gut und offenbar auch dem schon anwesenden Publikum. Dann kommen die Skin of Tears. So gut hab ich die schon lang nicht mehr gesehen. Dann hauen die Yeti Girls rein, aber irgendwie find ich die Band albern. So lalalalalala Popmusik ohne viel Punkrock und ´ne alberne Festival-Pseudo-Stadionshow. Nicht das ich die Jungs privat ganz sympatisch finde, sobald sie sich jedoch inne Band verwandeln ist bei mir der Ofen aus. Die Beatsteaks kommen kurz vor ihrem Gig an und müssen auch schon gleich auf die Bühne. Heute ist Alis (der Vierseiter) letzter Gig mit den Beatsteaks. Er verlässt die Band weil er gerade eine dieser 27 köpfigen Grossfamilien gründet .Ausserdem braucht er viel Zeit um sich um seine umfangreiche Heavy Metal - Plattensammlung zu kümmern.Ist das noch Rock´N´Roll Die Beatsteaks legen einen sauberen Gig hin allerdings scheint das Publikum immer müder zu werden. Irgendwie ist es ihnen zu viel mit den ganzen Bands. Das kann ja heiter werden. Wir brauchen eine weile mit dem Umbau und dann hör ich auch schon unser Introtape. Wir rocken los....
Und es bleibt dunkel. Wir rocken weiter....und es bleibt dunkel. Sag mal ist der Lichtmann auf Crack? Als wir den dritten Song (Namen Vergessen) durch haben geht das Licht an. Der Schwachkopf hat uns den ganzen Anfang versaut. Die Show is relativ in Ordnung nur der Sound auf der Bühne wirklich mies. Heute machts nicht so recht Spass. Allerdings verspür ich bei Wochenendticket den Drang mich meinen Punkerklamotten zu entledigen und so´n Typ mit brille mach mit.Dann spiel ich mit ihm mein "Ichnehmdeinenschwanzindiehandunddumeinenundwerzuerstlachthatverlorenspiel" der Typ fängt an mich wie ein Wilder zu wichsen. Kurz bevor ich nen Steifen kriege lach ich lieber. Verloren. Bei der zugabe macht unser Feindbild am Lichtpult schon die Saalbeleuchtung an. Was hab ich dem Typen bloss getan? Langsam nervt der. Und wer noch nervt ist Sir Fichli von Fick der Gott der Hedonistischen Heilsfront Der will nämlich nicht mehr vonner Bühne und brüllt andauernd unverständliches Zeug in mein Micro. Danach feiern wir noch ein weilchen und gehen dann in son andern Club zum schlafen. Adam klaut dem Clubbesitzer, der schon schläft, die Luftmatratze unterm Arsch weg, weil wir eine zu wenig haben. Frech kommt weiter.

 

 
28.04.00 POL Krotoszyn Kino Przedwiosnieon
Polen !!!!!! Warum fährt die Terrorgruppe immer wieder nach Polen. Untereinander gibt es zu diesem Thema gegensätzliche Ansichten. Bislang jedoch hatten wir eigentlich immer sehr gute und auch volle Konzerte und der Enthusiasmus der Polen während der Shows entschädigt immer für allen Ärger der drumrum passiert. Nur heute haben wir anscheinend unsere erste Vollniete gezogen. Die Fahrt nach Krotozszyn dauert satte 6 Stunden. Das Wetter ist so Antiimautositzwetter mit reichlich Sonne und an der Grenze stehen wir nochmal ´ne Stunde. Die Stimmung hängt am Unterboden unseres viel zu kleinen Vans. Als wir beim Club ankommen wartet schon unser polnischer Tourbooker Kristoph vor der Tür. Er hat uns mal erzählt, dass sein Vater ein sehr reicher polnischer Anwalt is, der dermassen Geizig is, dass er sein Vermögen -sprich Aktien und Obligationen in einem Bündel alter Tageszeitungen versteckt hat, dass die bloss keiner findet. Irgendwann musste der kleine Kristoph das Bündel auf Anweisung seiner Mutter zur Altpapierverwertung bringen. Nach dieser kleinen Frühjahrsputzaktion war das Haus zwar ausgemistet, jedoch der Vater nur noch ein armer, polnischer Anwalt. Hö Hö
Der Folk Club hatte eine "keine Bühne" und auch so gut wie keine Prima Anlage. Ne Vorband gibts in diesem Teil der Welt auch nicht. Hätt ich doch nur nen anständigen Beruf gelernt. Allerdings war der Gig wieder ganz cool, da die Polen halt doch ein sehr tanzfreudiges Puplikum sind. Hinterher muss ich noch ein Interview fürs Lokalblatt geben. Was die alles wissen wollen. Den Gig hätten wir uns allerdings wirklich sparen können, da uns die meisten Leute versprechen aufs Konzert nach Poznan zu kommen. Arschkarte gezogen.

 

 
29.04.00 POL Szczytno Klub Gwiazdor
Szcytno spricht sich !! Shit No !! Zumindest bei uns. Der Ort liegt in den Masuren und die sind so ziemlich am Ende der Welt. Über die Fahrt dahin möchte ich nicht schreiben, weil ich sonst schlechte Laune krieg. Unser Herr Tourmanager hat uns die Länge der Fahrt so Tröpfchenweisse mitgeteilt. Besser für ihn, sonst wär er jetzt ein polnischer Krüppel mit Vater ohne Vermögen. Als wir in Shitno ankommen sind alle Supersauer. Der Veranstalter sieht so aus als würde er das zum erstenmal machen. Er bringt uns zu sich nach Hause und da siehts aus wie in so´ner Czechischen Kinderserie aus den Siebzigern. Die Frau von ihm kocht so´ne undefinierbare Nudelpampe und auf dem Boden kriechen so ein paar Kleinkinder rum. Gott ist das alles depri. Hoffentlich ist der Club wenigstens besser als Gestern. Weit gefehlt. Der Club ist im Keller vom Bahnhof und der ganze Boden + Wände mit Fliesen ausgelegt. Das klingt wie im Kölner Dom. Kristoph erzählt mir, dass er mit uns dieses Städtchen mal ausprobieren wollte, ob man da auch weiterhin Bands hinbuchen könne. In mir kocht es so langsam über. Ich komme mir exakt wie ein Resosäffchen beim Tierversuch und möchte gerne jedes einzelne, gefolterte Versuchtier der ganzen Welt an ihm Rächen. Hat der Typ ein Glück, dass ich einiges gewohnt bin und mich enorm unter Kontrolle habe. Adam trifft ein nettes Mädchen die englisch spricht und uns eine Flasche Wodka besorgt. Cool ich besorgs ihr dann schnell und der Abend ist für mich, sie und Adam gerettet. Ich hab sogar gute Laune als der Veranstalter uns mitteilt, dass er uns kein Geld geben könne, da er pleite ist. Bottrop überlegt schon abzubauen ohne zu spielen. Wär natürlich ne ideale Erziehungsmassnahme für den schwächelnden Veranstalter aber die anwesenden 30-50 Leutchen, die schon bezahlt haben können ja auch nix dafür. Wir spielen also und der Gig wird richtig nett. Die "Menge" hat wirklich Oberspass und sogar wir. Wir spielen richtig lange. 2 Zugabenblöcke. Nur ausziehen tu ich mich nicht, da schon alles voller Scherben liegt und ich heute auf Blutpogo keinen bock habe. Wir schlafen wieder beim Veranstalter ohne Geld, den wir allerdings ignorieren damit wir nicht wieder schlechte Laune kriegen.

 

30.04.00 POL Poznan Eskulap "Youth against fascism" Festival
Schnell raus hier. Der geldlose Veranstalter von Shitno macht uns nochmal die Nudelpampe warm und wir brechen besser langsam auf. Vor 20 Uhr brauchen wir nicht in Poznan sein, also fahren wir ein paar Stunden und machen an einem See mit Restaurant halt. Unterwegs treffen wir noch ein paar Hitchhookers. Das sind trampende Nutten die hier in Polen überall am Strassenrand rumstehen. Nette Menschen. Ich und SM West schmeissen uns ins Wasser und in die Sonne. Das entschädigt für einiges. An einer Raste kaufen wir uns noch eine Flasche Wodka und ein paar Dosen Red Bull damit der Bus schneller fährt. Als wir in Poznan ankommen ist der Club schon gut gefüllt und ein paar Leutchen die schon in Krotozcyn da waren. Wir setzen dem eigentlich netten Veranstalter eine unserer Pistolen auf die Brust, um ihn daran zu erinnern, dass er uns bloss die Gage nicht vergisst zu geben. Er willigt ein. Brav. Auf der Bühne stehen schon `ne Band und spielt. Polnische Bands machen immer son bißchen Grindcore darum interessieren sie mich nie so besonders. Aber den Leuten scheints zu gefallen. Da der ganze Eingangsbereich mit T-Shirtständen zugebaut ist, verkaufen wir unsere Shirts einfach aus unserem Van raus.
Um ½ 11Uhr sind wir dann auch schon dran und was soll ich sagen. Es wird unsere beste Polenshow seit 3 Tagen. Die Leute Tanzen, haben Spass und einige kennen sogar unsere Songs. Dass sich jemand auf der Bühne auszieht kennen die Polen anscheinend nicht und uns wird später erzählt, dass das wohl strengstens verboten sei. Naja. Nach dem Gig gibts noch lecker Pizza und dann müssen wir auch schon schnell nach Hause fahren, da am nächsten Tag ja der 1. Mai is.

 

 
11.5.00 D Hannover Musikzentrum

Heute geht unsere Tour mit den Wohlstandskindern los. Hoffentlich adoptieren die uns nicht als Vaterfiguren. Unser Busfahrer heisst Franklin und ist ein echtes Ass. Der Typ fährt wie ´ne 1 und is hammer nett. Kann ja nur gut gehn mit diesem Mann. In Hanover isses hammer heiss. Hoffentlich hängen die nicht alle an irgendwelchen Baggerseen rum und kommen auch zum Konzert. Die Wohlstandskinder kommen brav und pünktlich zum Soundcheck. Der Drummer macht gleich den ersten grossen Fehler und fragt unseren T-Shörtmann Fanta wen von uns er denn am besten auf die Nerven gehen könnte. Unsere Crew hat somit ihr Victim und der gute wird Drummerboy getauft und wird von Heute an keine ruhige Nacht im Bus verbringen können.
Am Abend kommen dann doch an die 200 Leute ins Musikzentrum und für den ersten Gig der Tour
gehts auch ganz gut ab. Hannover rockt und wir rocken Hannover. nach 1 1/2 Stunden Konzert mit Karaoke und allem was dazugehöhrt setzen wir uns zufrieden auf die Bierbänke vorm Club und lassen uns mit Wodka und Jägermeister zulaufen. War ein schöner Einstand.

 

 
         
12.05.00 D Hamburg Logo

Hurra endlich wieder ´ne Grossstadt. Wir frühstücken asiatisch im Schanzenviertel. Und hinterher ist Shopping angesagt. Zip  Schlitzer schleppt einen Cowboyhut an den er auffer Reeperbahn abgeschossen hat und ich vergnüge mich bis zum Soundcheck in der Spielo mit der Skateboarddaddelmaschine zum Pennywise Sound. Nach dem Soundcheck werden Steve und icke vom netten Olaf,  unserem Vertriebschef, in seinen coolen Alfa Romeo gepackt und zum Millerntor gekarrt. Heute spielt Pauli gegen Aachen und viele Bekannte hängen in der Motzkurve rum. Die erste Halbzeit is superlangweilig und zum Glück schiessen die Paulis in der zweiten Hälfte noch 2
Tore, so dass ich nicht einschlafen muss. Wie gesagt, das Spiel geht gut aus und als wir ins Logo zurückkommen haben alle prima Laune. Die Kinder spielen schon und einige unserer Gäste sind auch schon da. So langsam trudeln auch noch einige Pauli Fans ein und die Stimmung steigt. Nach dem Kindergig hängen einige Kleinstfräulein , die sich immer um diese Band schaaren,  völlig besoffen Backstage rum und nerven tierisch ab.Wenn die wenigsten gut aussehn würden. Unser Gig geht super los. Die Leute pogen, fliegen, feiern, gröhlen, tanzen, ficken... schlichtweg einer unserer besten HH Gigs seit langer Zeit. Wir spielen alles was wir können und noch mehr. Nach dem Gig feiern wir noch mit unseren Studiovotzen Hoffe, Gerdi und der einem drittel der Ärztebande bis in den Morgen und die Wohlstandskinder rennen rum wie die aufgescheuchten Hühnchen. Mag das an der anwesenden Prominenz liegen?  Danke Logo für die Geduld.

 

 
13.05.00 D Leipzig Conny Island

Wir fallen alle einigermassen angeschlagen aus dem Bus. Gut ist nur das die Conny Islander absolute Cateringprofis sind und uns ein grossartiges Frühstück wieder aufbaut.
Drummerboy wurde Nachts im Bus ordentlich rangenommen und rennt seitdem mit einem Pflaster auf der Stirn durch die Gegend. Ich glaub der ist gegen die Scheibe geknallt und hat sich eine kleinere Platzwunde zugezogen. Bottrop und Schlitzer ziehen sich den Film "Oi Warning" rein, für den wir 2 Songs für den Soundtrack beisteuern sollen.
Heute spielen noch "Scattergun" aus unserer Heimatstadt "Kreuzberg" mit. Der Soundcheck zieht sich hin da sich Adam, unsere Soundschnecke, und der örtliche Pa-Vogel aus irgend einem Grund in die Haare kriegen und erstmal eine Stunde vor sich hin schmollen. Natürlich ohne das was passiert. Die Kinder dürfen ein bischen Skateboard fahren und die Erwachsenen vonner Terrorgruppe überbrücken die Zeit mit Oralsex mit einheimischen, etwas älteren Mädchen. Die im Osten sind übrigens wirklich besser. Da stimmt einfach die Technik. Als der Laden dann recht gut gefüllt ist legen erstmal die Wohlstandskinder los. Ein paar viel zu junge Dinger tanzen wieder fleissig und die Kinder kommen heute wohl besonders gut an. Das überascht sie anscheinend selber, dass man sie auch im Osten der Republik leiden kann.
Dann räumen "Scattergun" ordentlich auf. Patty Patex hing zwar den ganzen Tag, aufgrund von Bauchschmerzen, rum wie so´n alter Turnschuh. Auf der Bühne merkt man davon allerdings nix. Warum haben die  eigentlich was über unsere Bassbox gehangen? Ist doch nur Samantha Fox drauf zu sehen.
Unser Gig wird zwar nicht so wild wie den Abend vorher in Hamburg, allerdings machts trotzdem einen heiden Spass. Die Leute Tanzen wieder Pogo, Punkrockpolonaise. Sogar der Gott der Hedonistischen Heilsfront ist da und singt Anarchy in the UK mit uns. Drummerboy legt noch ´ne Super Blitzkrieg Bob- Version  aufs Parkett und der Abend entwickelt sich zu einem grossartigen Punkrockereigniss. Nach der Show bleiben die  Partylamben noch eine ganze Weile an.
Wir trinken Wodka-Red Bull mit den Conny Islandern und quasseln mit dem verbleibenden Puplikum. Man sind wir cool, wir labern sogar mit unseren Fans, kaum zu glauben.Danach ziehen wir uns wieder in unseren Bus zurück und da sitzen auch schon einige Victims so dass auch keinerlei Langeweile aufkommen kann.
Max versucht Drummerboy an den Klöten hochzuheben, der wiederum zimmert Max erstmal eine und Max begreift dass seine Art der Gravitationsgegenwirkung schmerzhafte folgen haben kann. Ein / zwei Punker haben sich auch noch in unseren bus gewagt. Trotz des Schilds "Vorsicht!! bissiger Crew".
Adam zeigt sich Gastfreundlich und stopft einem der Punker ersmal eine halbvolle Vodkaflasche in den Hals. Als der Gute dann betrunken ist kriegt er von unserem Tourbarbier "Max" einen schönen Iro geschnitten. Kostenlos. Dann legen der "bissger Crew" den frisch gestylten Punk vor den Buss, decken ihn mit Zeitungspapier zu, damit er es schön warm hat und die viertelvolle Wodkaflasche kriegt er auch noch in den Arm gelegt. Das nenn ich Fanbetreuung.
Am nächsten Tag haben wir frei. Wir bleiben in Leipzig und sehen uns das Fussballspiel der Conny Islander Hausmannschaft "1.FC Roter Stern Leipzig" an.
Danach springen die Kinder wieder aufgeregt im Hof rum und wir haben ´nen geilen Terrorgangbang mit der Präsidentin des Vereins. Wow das macht Spass.
Abends gehts dann in den Bus Richtung Aachen. Und mir brennt die Eichel.

 

 
         
15.05.00 D Aachen Musikbunker

Immer wieder Aachen. Seit zwei Jahren waren wir schon nicht mehr hier, und Aachen ist definitiv eine unserer Lieblingsstädte. Wir hatten immer super Gigs und andere nette Erlebnisse. Allerdings ist heute Montag und darum haben wir uns nicht ins viel zu grosse AZ getraut. Der Musikbunker ist perfekt für 300 Leute.
Sieht auch so aus als ob die heute auch kommen. Draussen isses brütend heiss. Im bus kann man sich auf keinen Fall aufhalten, es sei denn man steht auf finnische Saunas. Wir lümmeln uns den ganzen Tag so rum. Leider verlässt uns heute der nette Mörchendiser der Wohlstandskinder. Dafür kommt ein netter Blasklave dazu.
Bottrop ist hinter dem Blasklaven seiner Freundin her. Die hat das richtige Alter und ist Blond. Das bringt den Bottrop in Wallung. Wir haben einen spassigen Soundcheck da wir Lieder spielen die es noch gar nicht gibt. Der coole Koch aus Gana stellt uns den ganzen Tag Leckereien ohne Ende in den Backstage-Raum.
Ich werd noch fett auf dieser Tour. Der Gig am Abend wird dann wie erwartet ein voller Erfolg. Die Wohlstandskinder lassen sich gehöhrig abfeiern und nach einer
kurzen Umbaupause gehts dann auch bei uns los. Irgend so ein Skinheadvogel sitzt neben mir auf der Bühne und schüttet mir ständig sein frisches Bier über die Schuhe. Hat der zuviel Asche oder was, scheiss Arbeiterklasse, die scheffeln eh zuviel Kohle ab.  Die Leute sind prima drauf und feiern ordentlich mit. Aber es ist schweineheiss im Club. Der Thomas aus Köln spielt noch "Keine Airbags für die CSU", das darf er weil er Geburtstag hat. Der neue Gitarrengott wird er jedoch nicht werden. Auf Zip seiner Seite herrscht ´ne grosse Ruhe, da stehen die Gaffer. Nach dem Gig steckt der Zip seine Zunge  verdammt weit in den Hals von so´ner Chick. Dann beisst die olle den Zip in den Kopf. Abgefahrn. Die Kinder hüpfen wieder aufgeregt durch die Gegend. Papst Pest ausm AZ kommt auch noch auf´n Schwätzchen vorbei und erzählt uns, dass er für uns ein paar highprofile Groupies in Madrid klarmachen will. Danke Papst.

 

 
16.05.00 D Weinheim Cafe Central

Als ich  aufwache droht mein Kopf zu platzen. Es ist schon wieder viel zu heiss im Bus. Oben im Cafe Central isses angenehm kühl und ein schönes Frühstück wartet auf MC´s leeren Magen. Die Kinder machen einen angeschlagenen Eindruck. Die wurden sicher wieder von "der bissiger Crew" victimisiert. Recht so. Ich hab höllische Zahnschmerzen und such die ganze Stadt nach einem Zahnklempner ab. Haben alle geschlossen. Fuck off, dann werf ich mir einfach ein paar Zahnschmerz
tabletten rein. Das hilft auch und ich bin seltsam ruhig drauf. Fanta, Zip und ein paar Kinder wollen ins Freibad, welches allerdings noch geschlossen ist. Also suchen sie ´nen See. Nach ´m Abendessen setzen wir uns auf die schöne Dachterrasse vom Cafe Central und werfen kleine Steinchen in die Ausschnitte der ankommenden Besucherinnen. Ein paar davon finden das gut und kommen hoch. Sehr scharfe Bienen, muss ich schon sagen. Der Slang den die drauf haben ist zwar schwer zu verstehen, allerdings stöhnen die Perlen nicht schlecht als sie Bekanntschaft mit unseren Lustwurzeln machen. Achtung!!! Koitus Interruptus. Steve und ich müssen aufhören da wir Bühnenüberreife haben. Der Gig war harte Arbeit. Die Kinder hatten es anscheinend nicht so drauf die Menge warm zuspielen, also mussten wir die erste halbe Stunde richtig ackern. Doch wir wären nicht die Terrorgruppe würden wir diesen müden Haufen nicht auch noch zum Feiern kriegen. Gesagt getan. Nach dem Gig lassen sich noch einige flotte Feger in die Köpfe beissen. Bei sowas mach ich allerdings nicht mit. Ich mach nur Sex, Knutschen ist Hippikacke weils stinkt und klebt. Ausserdem sieht ein Punkrocksänger mit Herpes an der Lippe nicht halb so gut aus wie ich. Übrigens SM West hat am nächsten Tag Herpes. Hätte halt nicht gerade der Frau in den Kopf beissen sollen der zuvor Drummerboy die Zunge in den Hals gesteckt hat.

 

 
         
17.05.00 D Innsbruck Hafen

Wir haben eine lange Fahrt hinter uns. Und als ich ausm Bus falle stehen überall Berge um mich rum. Das Klima kann man auch als frisch bezeichnen. Der Club ist viel zu gross. Ich meine als ich zuerst die 4000der Halle gesehen habe wurde ich leicht sauer, aber jetzt stehe ich in einer kleineren Halle für ca. 1000 Leute. Was soll das denn? Wo sollen hier denn soviel Leute herkommen? Später erfahren wir dann, dass der Veranstalter noch einen kleineren Club für 200 im selben Gebäude hatte und nur zu Faul war das ganze Gerümpel da raus zu räumen. Zumindest ist der Koch der ursprünglich aus Linz ist eine wahre Perle. Der kocht wie ein Weltmeister und es macht ihm anscheinend einen heiden Spass. Nach dem Soundcheck holt uns einer der Innsbrucker Snowboardpunks mit seinem heissen Schlitten ab und düst mit mir und Bottrop zu sich nach Hause wo wir erstmal ein Interview machen und ein Blinddate. Der spielt uns Platten vor und wir müssen raten wer das ist. Sein Bier schmeckt mir. Seine Schwester auch. Als ich mit ihr fertig bin fahren wir wieder und zum Glück  krieg ich noch Abendessen. Als es los geht sind vielleicht gerade mal 80 Leute in diesem viel zu grossen Club. Die Wohlstandskinder habens wieder mal schwer, jedoch trinken sich die 80 Anwesenden prima in Partylaune und am Ende des Wohlstandssets wird schon fleissig getanzt. Unser Gig geht dann doch gewohnt ab wie Luzie. Ich spiel Heute von Anfang an nackt weil mir erzählt wurde, dass die Bullen  zu Besuch kommen und  auf die Lautstärkebegrenzung aufpassen wollen. Vielleicht nehmen die mich ja fest und ich werd noch berühmt in Nordtirol. Kurz vor Ende des Sets renn ich noch mit 80 Mann im Rücken durch den viel zu grossen Club. Wir machen Punkrockpolonaise. Auch die zahlreichen Karaokeinterpreten haben ein fettes Lob verdient. Tja, zur Zugabe zieht sich der MC dann doch wieder ein Höschen an, weil der Piepmann immer so am Gitarrenrücken schubbert  und gerade jetzt kommen die Kiberer (öst. für Bullen). Scheisse, verpasst. Die wollen aber unsere Soundschnecke Adam festnehmen, weil er zu laut gemacht hat. Adam geht zum Bus und die Vögel hinterher. Irgendwie macht es sie stutzig das der Mensch kein österreichisch spricht, obwohl er doch einen amerikanischen Pass hat und seinen Wohnort in Kopenhagen hat, folglich ständig nur dänisch mit ihnen spricht. Das ist zuviel für so ein Kibererkleinhirn. Dazu kommt noch, dass jeder der in und aus dem Bus kommt seltsamste Kommentare zu Adam ablässt, wie: " Nehmt die Assel bloss mit und sperrt ihn für immer ein !!" , " Der macht nicht nur viel zu laut, der frisst auch kleine Kinder". Die Polizeiheinis ziehen verwirrt und frustriert ab.
Und wir fahren auch.

 

 
18.05.00 D München Feierwerk

Fuck. Ich wache auf und hab höllische Zahnschmerzen. Normalerweisse pilger ich in München zu allererst immer zu Grab von FJS. Der einzige CSU Mann der seinen  BMW wirklich auch fahren konnte. Der Bayern Sid Vicious spielt in meinem Leben eine grosse Rolle. Ich ess dann an seinem Grab immer eine Portion frische Weisswürstel und eine Leberkassemmel. Das kann ich mir heute abschminken. Mir tut die Kauleiste so dermassen weh, dass noch nicht mal mehr die Dolomos helfen. Der Zahnarzt quasselt irgendwas von seinem Sohn der ja auch Musik gemacht hat und ´ne Zeit in Berlin gewohnt hat. Obwohls mich nervt lass ich ihn sabbeln, das hilft ihm sicher über seine Provinzdepries weg. Er hilft mir auf alle Fälle weiter und eine Stunde später kann ich auch schon wieder Weisswürste geniessen.
Heut Nacht wär beinahe ein Unglück passiert. Gummimann (so wird Steve im alkoholisierten Zustand genannt) wär beinah dem Franklin ins Lenkrad gefallen, was den sicheren Tod zweier wichtiger, deutscher Punkbands zur Folge gehabt hätte. Darum gibts jetzt Busverbot für Hartalk. Adam findet das Scheisse und schreit nach Fernet wie ein kleines Nervbalk nach Eis.Nach dem Essen treffen wir alte Freunde vom Flexhead-Orden. Vom Wohlstandskindergig krieg ich heute nix mit. Ich muss zuviel Quasseln. Es ist erschreckend leer. Nur etwa 150 Peopels sind da. Die Leute erzählen, dass die Werbung wohl scheisse war und sie den Gig nur durch Hörensagen mitgekriegt haben. Naja, München war noch nie eine unserer stärksten Städte. Es gibt keine andere Stadt wo die Kids so derart devided sind. Da hasst der Strassenpunker den Skatepunker, der Modepunker den Skinhead, der Skinhead den Strassenpunker und der Skatepunker den Modepunker. Und dabei sind es doch alle nur Bayern. Es ist schon schwierig hier die Leute vereint aufs Konzert zu kriegen. Der Gig ist dann auch entsprechend schwer. Die leute kommen ultra langsam ausser Hüfte. Wir müssen uns richtig anstrengen. Die Karaokeeinlagen haben auch mehr einen bizarren Touch. Auf alle Fälle gehts dann zum ende hin doch ganz gut los und die Leute sehen ein, dass sie für das Konzert  Eintritt bezahlt haben und nicht nur die Band Spass haben kann. Sehr schlau. Wie is das Wetter im Land der Doofen?  Nach dem Gig vögeln wir noch ein wenig mit den netten anwesenden Bayerinnen und dann gehts auch schon weiter nach Kassel.
Arbeit ist Scheisse.

 

 
19.05.00 D Kassel Spot

Das Spot in Kassel ist ein wirklich seltsamer Laden. Der Besitzer ist so´n typischer Zuhältertyp der den Laden nach Strich und Faden verkommen lässt und nur noch
Geld an zwei Discos die Woche rauszieht. Cool für uns denn der Laden kostet unserem Veranstalter so gut wie gar nichts und so können wir die eintrittspreise recht niedrig halten. Als ich aus dem Bus falle stehen drei seltsame Gestalten vor dem Bus und warten auf mich. Professionelle Autogrammjäger. Die sehen vielleicht komisch aus. Wie so typische Coutchpotatoassis mit Addiletten und Kassengestellen. Aber sie machen ihren Job wirklich Profimässig. Naja immer noch besser als Briefmarkensammler. Der Tag geht langsam rum. Micha der Veranstalter und seine zwei süssen Schnecken tun wirklich alles, um es uns in dieser Bruchbude so bequem wie möglich zu machen. Wir spielen ein bischen fussball und ich greif mir ein Wohlstandsskateboard und fahr erstmal zur Apo weil meine Stimme etwas leidet und ich das Organ mittels Medikamenten erstmal wieder auf Vordermann bringen muss. Adam realisiert, dass er die nächsten Tage ohne Fernet auskommen muss und flennt. Beim Soundcheck fängt es an zu regnen. Das spot ist jedoch schon so marode, dass es auch auf die Bühne regnet. Genau in den Bassverstärker der Wohlstandskinder. Tja, als Vorband hat mans schwer. Die kinder spielen heute ein Topset, langsam werden sie warm. Die netten Schnecken vom Veranstalter versuchen wärendessen soviel Schiffchen wie möglich aus einem Bierflaschenetikett zu falten. Dann falten wir die Schnecken als Micha mal nicht hinsieht.
Unser Gig geht super los. Sogar die Kripo ist da. Die sehen uns vom Bühnenrand aus zu. Ich glaube die siuchen jemand. Das ist der beste Zeitpunkt um "Deutschland" von Slime als Karaokeversion zu spielen. Heute wird viel gestagedived. Im gegensatz zu unserem letzten Kasselgig 96 ist heute richtig der Teufel los. Die Leute sind extrem gut drauf, wir sind extrem gut drauf und nebenan langweilen sich schon ein paar Grufties im grossen Discosaal. Als wir nach 11/2 Stunden endlich fertig sind
hängen schon jede Menge Grufties, Freggels und anderes deprisieves Gesocks im Discosaal rum. Wir quasseln noch ein bischen mit unseren Gästen und machen uns dann langsam auf den Weg zur letzten Show nach Krefeld.

 

 
         
20.05.00 D Krefeld Kufa

Der grosse Saal in Krefeld fasst 1200 Leute. Wir erwarten allerdings maximal 500 Leute was soviel bedeuted wie 700 Leute zu wenig. Das ist nicht gut.
Also entschliessen wir uns in den kleinen Saal zu wechseln. Jimmy dem Veranstalter ist das zwar gar nicht recht aber 5 quengelnde Terrorgroupies sind einfach zu viel für ihn. Am Abend sind dann doch auf einmal schon über 400 Leute da. Jimmy muss die Kasse dicht machen und an die 100 Leute nach Hause schicken.
Trotzdem war es eine gute Entscheidung die Halle zu wechseln. Die Kinder haben den Gig der Tour und als wir auf die Bühne kommen isses voll, eng, heiss und es geht sofort richtig ab. Die Leute tanzen, fliegen und singen dermassen laut mit, dass ich manchmal schon gar nicht mehr singen muss. Yes Sir, das ist ein angemessenes Abschlusskonzert für diese kleine Minitour mit den Kindern. Leider können wir nur einen Zugabenblock spielen da wir heute Curfew haben und versprochen haben rechtzeitig vonner Bühne zu gehen. Wir quasseln noch mit tausenden von anwesenden bekannten Punkern und machen  das Backstagebier platt. MS West duscht mit so´ner Frau. Und Zip beisst sich auch schon wieder fest. Die Abschiedscerealien mit den Kindern ziehen sich auch hin. Dann laden wir ein paar viel zu junge Hühner in unseren Bus und fahren los Richtung Berlin. Die Mädels machen sichs bequem und wir alle auch und als ich dann Morgens in Berlin in unseren Proberaum falle ist die Flasche leer. Jetzt heisst es erstmal zwei Tage ausruhen und dann gehts ab auf die Deconstruction-Tour nach Madrid/ Spanien.
Danke Wohlstandskinder, danke Franklin wir sehen uns wieder.

 

 
23.5.2000 D ABFLUG BERLIN - MADRID    
Die letzten zwei Tage waren stressig. Zwar ist unsere Backline schon in Spanien und wir müssen somit den ganzen Kram nicht mit uns rumschleifen, jedoch mussten wir uns alle um unser sogenanntes Privatleben kümmern und das nervt. Rechnungen im voraus bezahlen, Freundin im voraus ficken, Wäsche im voraus waschen und und und. Scheiss Musikerdasein. Auf alle Fälle fahren wir jetzt zum Schönefelder Flughafen um dann über Brüssel nach Madrid zu fliegen. Im Berliner Dutyfree Laden spritz ich mir etwas Nuttendiesel in die Hand um diese dann Adam in die Haare zu schmieren. Adam unsere Soundvotze ist homophob und somit ärgert es ihn doch ungemein, dass er riecht wie die letzte Schwuchtel aufm CSD. Tja, der Virgin Billigflug ist unser zwar nicht gerade würdig, aber dafür halt eben billig und wir fliegen zwecks Solidarität ja gern mit unserer Crew. In Brüssel hängen wir doof in unserem Terminal rum. Hier gibts nichts zu tun und alles ist schweineteuer.
Ein paar Stunden später es ist ca. 20.00 Uhr stehen wir vorm Aeroporto Madrid und versuchen ein Taxi zu kriegen, dass gross genug für uns alle ist. Ist natürlich nicht. Das andere Problem ist, dass die Madrineser Taxigesellen ausgebuffte Schlitzohren sind. Bottrop, Zip, Adam und Fanta fahren als erstes los. Obwohl Bottrop so schlau ist und aufpasst dass der Taxivogel das Meter anmacht scheint dieser die Uhr manipuliert zu haben und Bottrop zahlt für´ne 20DM fahrt 50DM.
Steve und Ich stellen uns da etwas dümmer an. Wir handeln zwar einen OK Preis aus, der zwar teurer als normal ausfällt 30DM, jedoch bringt uns der Taximan ins falsche Hotel und wir schnallen es nicht. Im Endeffekt zahlen wir genausoviel wie Bottrop.
Das Hotel in der Mitte von Madrid entschädigt allerdings für alles. 5 Sterne, niegel nagel neu und voll die Luxusbude. Gegenüber ist eine Bar/Restaurant  und da hängen auch schon einige Leute der Crew sowie ein paar Mad Caddies und Guttermouth leute rum. Die anwesenden Musiker sind alle schon voll voll. Gut da feiern wir doch mit. Eine Stunde später sind wir dann auch voll voll. Lachen, labern und unterhalten uns mit den anwesenden Bands über ihre schlechten Erfahrungen mit den einheimischen Taxifahrern. Und was muss euch der gut gelaunte MC Motherfucker erzählen. Die anderen Bands wurden noch übler übers Ohr gehaun. HAHAHAH Da lacht mein Cosmopolitenherz wieder.

 

 
24.5.2000 ES Madrid La Reviera Deconstruction Tour
Heute Morgen geht es allen schlecht. Beim Früstück topt ein Gesichtsältester den andern und wir sind insgesamt 50 Leute auf der Tour. Um 11.00 Uhr Morgens klingelt unser Tourhandy und so´n bekloppter Radio-Fritz Heini will meine Meinung zum Onkelz- Konzert in Berlin wissen. Ich dizze diese Prollbande ordentlich und live im Radio und dann kommen auch schon die ganzen Riesentourneebusse vorgefahren um uns zur Halle zu bringen.  Die Busse sind ultrajuppig und wir haben einen sehr netten Bussfahrer aus Manchester namens John. Dies wird unser Wohn- und Schlafzimmer für die nächsten drei Wochen sein.
Die Halle sieht aus wie ein Aligatorenhaus im Berliner Zoo. Riecht auch so. Wir spielen heute als erste, was auch gut ist denn somit kriegen wir ´nen Soundcheck und  haben etwas weniger Umbaustress als die anderen Bands. Das ist am ersten Tag ganz angenehm. Als wir um ca. 18.30 Uhr auf die Bühne gehen sind schon ungefähr 5-600 Spanier vor der Bühne und begrüssen uns freundlich. Wir spielen eine 1/2 Stunde (mehr geht leider nicht) und es bildet sich auch gleich ein kleiner Pogopit vor der Bühne. Die Stimmung ist leider noch etwas unterkühlt aber ich merk schon, dass die Leute uns mögen. Auf alle Fälle kriegen wir stehende Ovationen als wir nach "Wir müssen raus" vonner Bühne gehen. Leider verpass ich Guttermouth und die Mad Caddies da ich mit Abendessen, Umziehen und Kram aufräumen beschäftigt bin. die andern meinten allerdings, dass auch diese beiden Bands es nicht unbedingt leicht hatten. Draussen haben sich ein paar nette Spanierpunks vor unserem Bus niedergelassen und wir feiern ein bischen mit der Bande. Snapcase (bei uns heissen die allerdings Schnapskiste) und die Good Riddance liefern super heftige Shows ab und das anwesende Puplikum scheint jetzt auch langsam aufgetaut zu sein. Auch aus dem Grund da gerade eben Madrid  im Champions League  Endspiel gegen Valencia gewonnen hat.  In der Halle und vor der Halle steht Madrid unter Strom. Drinnen, da NOFX einen brillianten Gig hinlegen und draussen, weil Madrid den Champions League Sieg feiern. Grossartig. Hinter mir sind aus unerfindlichen Gründen lauter Journies her und wollen ständig Interviews machen. Was soll der Scheiss, ich bin doch nur der bekloppte Sänger von der Vorband.
Um 1.00 Morgens ist der ganze Spass vorbei und die 1500 Leute können sich durchaus als gerockt betrachten. Draussen vor den Bussen geht die Party noch bis 2.00 Uhr morgens weiter, während Fanta in der Halle noch den örtlichen Merchandiser übers Ohr haut. Tja so geht das wenn man bei Fanartikeln der Terrorgruppe  mitverdienen will.

 

 
25.5.2000 ES Barcelona Zeleste
Zum Glück hab ich Nachts mehr geschlafen als gesoffen. Mir geht es blendend und nach einem kurzen Duschvorgang mach ich mich erstmal auf den Weg in den nahegelegenen Zoo. Zoo´s sind ja eigentlich stinklangweilig,  jedoch hat dieser zwei wirklich fantastische Attraktionen. Zum einen einen uralten Albinogorilla der voll die Show abzieht sobald er ´ne Camera sieht und zum andern kleine, schnelle Elektroautos mit denen man umsonst durch den ganzen bekloppten Tierpark heizen kann. Man darf sich nur nicht von den Wärtern beim Quatschmachen erwischen lassen. Nach zwei Stunden Komplettspass bei Cerveza und Bokadillo gehts wieder zurück zum Club und da gibts auch schon lecker Essen und wir müssen wieder einige Interviews geben. Heute fangen Guttermouth  die Show an und müssen leider schwer kämpfen, da die Leute viel zu spät kommen und auch noch gar nicht so richtig da sind. Wir gehen als zweite auf die Bühne und haben die Aufgabe die inzwischen, anwesenden, paar hundert Leute warm zu rocken. Das gelingt uns auch ganz gut. Auf alle Fälle wird schwer getanzt, die Spanier laufen blutrot an als ich mich ausziehe und "Wir müssen Raus" wird ein Grande Finale. Nach uns räumen dann die "Mad Caddies" richtig ab. Der Sänger "Chuck"  erinnert mich ein bischen an Jason von RKL (er kommt ja auch aus Santa Barbara). Die Band hat ´ne ultra Power und 3 - 4 wirkliche Smashhits. Die beiden Bläser sind die besten, die ich seit langem gesehen habe. Ausserdem wissen die Jungs wie man feiert und verbringen den ganzen Tag mit Baggern. Apropos baggern. Während Snapcase spielen laden wir uns einige Senioritas in den Buss und spielen Flaschendrehen auf Spanisch (mit nachvolgendem einführen der Flasche in die Küsspartnerin).
Nach einige Multiorgasmen krieg ich in der Halle noch einen sehr, sehr coolen Auftritt  der Good Riddance mit und dann räumen NOFX wieder wie gewohnt ab. Allerdings ist die Stimmung in der mit 1500 Leuten gefüllten Halle nicht so dolle wie am Vortag. Nach dem Gig hängen alle noch vor der Halle rum und feiern.
NOFX probieren irgendso ´ne neue Droge aus und El Hefe kann nicht mehr laufen. Um 3.00 Morgens setzt sich dann unser Bus langsam in Bewegung und wir feiern noch bis inne Puppen. Morgen haben wir einen Off Tag in Nizza. Asta la Vista Espania. Bis bald mal wieder.

 

 
  "My dick is shorter than yours!"  
26.5.2000 F Nizza Offtag
HaHa !!!! Freier Tag an der Reviera!!!! Unser Busfahrer hat sich mit den andern zusammengetan und sie haben einen schönen Bussparkplatz am Strand von Nizza
aufgerissen auf dem ich mir jetzt gerade meine Kauleiste bürste. Neben uns hat die halbe Formel 1 geparkt. Hier steht alles voller hochmoderner Trucks. Ferrrari, Williams, Benetton, Arrows. Es wäre ein leichtes diese ganzen Trucks schnell mit Benzin zu übergiessen und anzuzünden. Stellt euch das vor, ich wär von Heute auf Morgen Enemy No. 1 in ganz Europa, Canada, Südamerika und Asien. Ein absoluter Superstar. Mehrere Hundertmillionen $ würden von einer Sekunde auf die andere in Rauch aufgehen. Nicht zu denken an die Umsatzeinbusen die die Formel 1 hätte weil 4 ihrer Topteams mehrere Male nicht an den Start gehen können. Naja so weit reicht noch nicht mal die kriminelle Energie des Herrn MC Motherfucker.  Ich habs mich nicht getraut. Schande über mein Haupt.
Wenn Schuhmacher wüsste wie knapp er an der Arbeitslosigkeit vorbeigeschlittert ist.
Ok anstatt Geschichte zu schreiben geh ich mit SM West an den Strand von Nizza und wir sehn uns alte zerfledderte Millionärinnen an, die sich backen lassen wie die Hühnchen im Grill. Die sterben alle in maximal 3 Jahren an Hautkrebs. Die sollte man schnell heiraten dann gibts ´ne fette Erbschaft. Ich versuch eine anzubaggern was an meinem schlechten Französisch scheitert. Ihr Französisch ist zwar ganz gut was an der fehlenden Kauleiste liegen mag, allerdings geht sie auf mein Heiratsangebot nicht ein. Naja wenigstens ist der Hoden leer. Ferry der Mann von Epitaph versucht auch sein Heiratsglück und als er es fast geschaft hat schleppen wir ihn weg zum Frühstücken. Tja wenns bei mir nicht klapp solls auch bei keinem anderen klappen. Wir hängen den Rest vom Tag am Strand rum und üben unser Französisch. Abends gehen wir dann in eins dieser sündteuren Restaurants und essen die lokale Spezialität: Menue!! Super lecker das Zeug. Dann schmeissen wir unser Buskino an und gucken "Boogy Nights" mit Dirk Diggler in der Hauptrolle. Hinterher spielen wir den Film nach. Zuviel Sex macht müde und ich schlaf schon früh ein. Ein sehr erholsamer Tag.

 

  "Don`t argue with the tourmanager"    
 
27.5.2000 I Milano Palavobis
Diese Ferraris verfolgen mich anscheinend von jetzt ab. Vor der Halle steht ein fettes, rotes Teil. Ich mach gleich Photos von mir und dem Teil, allerdings dummerweisse mit Leuten als Photographen, die erstens Besitzer der Kameras und zweitens mir unbekannt sind. Schlau was. So  komm ihr jetzt nicht in den Genuss
der Photoserie, Archi mit Ferrari. Zu Dumm.
Das Palavobis ist so´ne riesen Sporthalle für 8000 Leute. Wahnsinn. Und obendrein ist der Klopper schon ausverkauft. Unglaublich.
Ich steh mit Fat Mike vor der Halle und zieh ihn etwas auf, da er bereits stink sauer ist. Wo man hinsieht stehen Schwarzhändlerstände welche NOFX - Shirts verdeckeln, welche erstens billiger und zweitens ´ne bessere Qualität haben als dem Fat Mike seine. Machen kann man dagegen auch nix, da das alles in Mafiahand ist und die Bullen an den Shirts mitverdienen. Ausserdem ist das Wort Copyright Control ein Fremdwort für italienische Carabinieri. Das ärgert den dicken Mike sehr. Und ich kann da leicht lachen, da hier keine alte Sau interesiert ist ein Terrorgruppe-Shirt zu bootleggen. Den Nachmittag verbring ich mit endlos Soundcheck und Interviews machen. Marlene mit de kurzen Bene ist die Frau bei Epitaph, welche findet dass es wichtig ist, dass wir uns mit Menschen unterhalten. Und sie hat uns eine ellen lange Liste in die Garderobe gehängt. Mein Unterkiefer schmerzt. Nachmittags fangen schon zwei italienische Combos. Eine davon heisst  Shannon und die machen coole punkige Skamucke. So langsam füllte sich die Halle und auf einmal war ich mit ca. 6000 durchgeknallten Italienern konfrontiert. Die Pizzabacken machens mir allerdings leicht. Es wird getanzt, gepogt, angehimmelt, geschrien, getobt und das alles bei ´ner deutschen Combo die bis dato noch keine alte Sau in Milan gesehen hat. Voll gepunktet würd ich mal sagen. Während Guttermouth und die Mad Caddies die Gigs ihres Lebens hinlegen spielen wir in den endlosen Gängen der Backstagekatakomben Nacktfangen mit unserem Manager Dave und der Roadmanagerin Siggi. Wer den anderen fängt darf ihm solange mit dem nassen Handtuch über den Arsch ziehen bis die Backen bluten. Siggi muss in die Notaufnahme. Snapcase habens heute schwer mit ihrem auf die Dauer doch sehr monotonen Sound,  jedoch laufen die Good Riddance in Höchstform auf.  Sie spielen heute mit mega Power und die Leute feiern sie ab als wären sie die letzte Band des Abends. Sind sie aber nicht. NOFX setzten allerdings noch 5-6 drauf. Wenn 8000 Leute toben und fast jedes Wort mitsingen, dann  kann ich verstehen warum Henry Rollins früher bei solchen Shows einen Ständer bekam. Wahnsinn. Bei Fanta am T-Shirtstand findet noch ´ne kleine Party statt wir Saufen mit italienischen Crustpunks und lassen uns von ihren Tölen ans bein pissen. Das macht Spass.

 

 
  "we give you all the money back"    
28.5.2000 I Bolagna Made in Bo
Made in Bo ist so ein Kommunisten Freizeitviertel. Die lassen sichs aber gutgehen. Lange Rede kurzer Schwanz. Der Veranstalter erwartet heute 12000 Leute, hat aber nur 15 Security Leute am Eingang stehen. Es gibt allerdings nur einen Eingang auf´s Gelände und der Absperrzaun ist gerade mal 1,20 m hoch. Und was macht der richtige Punk in dieser Situation. Er rottet sich zusammen, entwickelt in der Gruppe eine emense, kriminelle Energie und springt in Horden über die Absperrung.
Har, Har, da guckt der doofe Veranstalter und Dave Pollack unser Tourchef und Manager filmt alles mit seiner neuen Camera mit. Etwa 1000- 1500 Punkers schaffens umsonst aufs Gelände. Toll. Das beweisst mir, dass italienische Punker um einiges mehr Punk sind als ihr deutschen  Kollegen. Schneidet euch mal ´ne Scheibe ab ihr Weicheier. Alles was ihr heute noch auf die Reihe kriegt, ist hilfloses Gästelistengeschnorre und wenn das nicht klappt,  dann heult ihr uns einen von "Kommerzwichser" und so´n Kindergartenmist vor..
Auf alle Fälle sind wir an diesem Tag nach Guttermouth dran die schon richtig Dampf machen. Die Leute sind ultra gut gelaunt, die Sonne  brennt aufs Gelände so dass der Staub einem nur so um die Ohren fliegt. Allerdings werfen die Leute immer mit Steinen auf die Bühne und gerade dann, wenn sie anscheinend eine Band besonders cool finden. Das passiert uns gerade. Der Pit tanzt wie Sau und ich bin ständig damit beschäftigt irgendwelchen Steinchen auszuweichen. Als ich mich dann dem Wetter entsprechend entblöse passiert es. Die Leute lieben uns und es ist fast unmöglich den Steinen auszuweichen. SM West kriegt einen voll auf die Brust. Zum Glück haben wir nur noch einen Song zu spielen. Die Leute reissen die Hände hoch und verabschieden uns trotzdem sehr freundlich. Wir haben uns nichts anmerken lassen und somit die Schlacht gewonnen. Nach uns müssen die Mad Caddies und die Good Riddance durch die Steinhölle von Bologna. Letztere  brechen sauer ab. Bei der Schnapskiste halten sich die Leute mit Tanzen und Steinwerfen etwas zurück. Doch NOFX haben wieder volle Granate damit zu kämpfen. Mike wird irgendwann mal stinksauer und droht mit Abbruch. Sandan der Drummer will das aber nicht und sie spielen weiter. Die Leute drehen jetzt völlig durch und  Mike wirft seinen Bass ins Puplikum. Das ist das Ende. Nach der Show ist SM West so blau wie selten und rollt sich mit Chuck von den Mad Caddies im Sand. Die andern graben noch Italienerinnen in der angrenzenden Freiluftdisco an und Fanta stellt seine saturday night fever Qualitäten unter Beweiss. Ich lieg schon im Bettchen und lass meine blauen Flecken lecken.

 

 
  "Still dreamin` about Loulou l`Amour"    
29.5.2000 D Lindau Club Vauderville
Die Leute vom Club Vauderville sind scheisse nett und das Frühstück haut erstmal alle um. Die Bühne steht in der Ecke von dem Parkplatz vorm Club und wir erwarten Heute an die 3000 Leute. Wir spielen heute zwischen Snapcase und Good Riddance da wir ja in Deutschland etwas bekannter sind als im Ausland. Schön dann müssen wir die Leute wenigstens mal nicht mehr warm spielen und mitsingen tun´se auch wieder fleissig. Heute tauchen sicher viele alte Bekannte aus Bregenz, Zürich und dem Allgäu auf. Und so isses auch. Ich quatsch mir den ganzen Tag das Maul fusslig und nach Snapcase haben wir auch reichlich was zu tun. Die Leute sind uns allerdings verdammt wohlgesonnen und machen uns die Sache wirklich leicht. Ausser vielleicht ein paar super HCler die mal wieder Stur mit verschränkten Armen dastehen weil wir nicht aus USA sind. Woher wollen die das eigentlich wissen? Auf alle Fälle machts wiedermal ultra Spass und heute ärgerts mich schon ein bischen, dass wir nur 30 Minuten auffe Bühne dürfen. Die Good Riddance und NOFX schaffens auch mal wieder einen draufzusetzten obwohl es heute ja nicht so durchgeknallt ist wie Gestern in Bologna. Nach der Show feiern die Amis eine kleine Feier, die sie Gayparty nennen. Alle anwesenden Männer müssen oben ohne im Kreis sitzen und Bier trinken. Bottrop und ich gesellen uns unten ohne dazu und das bringt die Amis einigermassen aus dem Konzept. Wir haben dieses Verhalten ja schon mal in unserem Song "What is wrong with the americans?" beschrieben.

 

  "Guttermouth started the gay party"    
 
30.5.2000 F Paris Bataclan
Bonjour Paris!!! Das Bataclan ist ein altes Theater und das Catering steht schon bereit. Nebenan ist ein typisches Pariser Strassencafe und da trinkt der Mc jetzt erstmal lecker Cafe á Laite. Nebenbei zählen wir noch Pariser die mit ´nem Baguette an uns vorbei rennen. Ich hab so kleine Hirnflashes und es tauchen  schemenhafte Bilder vor mir auf. Ich glaube hier wird in naher Zukunft ein gewaltiges Unglück mit´ner Concord passieren und ca. 100 deutsche Millionäre werden ins französische Gras beissen. Unser Backstageraum den wir uns mit unseren Freunden von Guttermouth und den Mad Caddies teilen liegt im ersten Stock mit Fenster zu ´ner kleinen Gasse und da stehen einige durstige franzosen Punks die nach Bier schreien. Da wir diese Brühe nicht selber trinken wollen und uns alle lieber über den besseren Wein hermachen werfen wir mit vollen Bierbüchsen nach den Jungs auffer Strasse. Die sind uns dafür zum Sterben dankbar. Kann ich aber nicht verstehn. Der Laden ist bereits ausverkauft als Guttermouth zum Angriff blasen und die Pariser hüpfen wie die Gummibälle. Auch bei uns ist die Stimmung grossartig. Es wundert mich schon immer wieder, wie positiv die Leute in den fremdsprachigen Ländern auf unsere kleine Punkrockcombo reagieren.  Viele deutschsprachigen Bands trauen sich ja immer nie so richtig da zu spielen, aber da kann ich nur sagen: Feige Schweine. Auf alle Fälle  haben wir und die Leute den Spass der Nacht. Und als ich später mit Fanta, Adam und SM West im Cafe sitzte kommen doch tatsächlich haufenweisse Kids zu mir an und loben mich ins Universum. Darunter auch ein sehr süsses Mädchen, dass mir mit einem wunderschönen, französisch klingenden Englisch folgendes ins linke Ohr haucht: Ei sinke you have ei biutiful dicke !!!!!!
Adam kriegt das mit und liegt lachend unterm Tisch. Da die Franzpunks mich den rest des Abends aufs freundlichste Beschäftigen krieg ich weder die andern Bands noch die Abfahrt der Busse mit,  so dass ich glücklicherweisse noch in den Guttermouth-Bus einsteigen kann welcher der letzte am Platz ist.
Die Fahrt führt uns ja nur zur andern Seite des Zentrums wo wir Morgen spielen werden.

 

  The Gay party (before everybody started to suck and fuck)    
 
31.5.2000 F Paris Elysee de Montmatre
Heute nacht blieb der Bus ja stehen. Also konnte ich noch besser schlafen. Das dumme ist nur, dass der Bus beim sex machen immer tierisch wackelt und es halt dementsprechend auffällt. Als ich ins Elysee hochgehe hängen da schon die Mighty Mighty Bosstones rum und Frühstücken. Die Mightys sind ab heute mit von der Party und das finde gerade ich besonders gut, da ich auf diese Combo besonders abfahre. Wir spielen heute als erste und haben darum mal wieder einen richtigen Soundcheck. Dicki der Sänger  von MMB sieht sich den ganzen Check genau  an und kommt hinterher mit fetten Lobeshymnen an. Ich weiss zwar, dass wir mit den besten Sound von allen Bands auf der Tour haben, aber dieses Lob ehrt mich dann schon. Er erzählt uns andauernd dass er gar nicht verstehen könne, warum die hosen in Deutschland so erfolgreich sind und nicht wir. Auf alle Fälle sind die Bosstones samt Crew ultra relaxte Gesellen und  passen super zum bisherigen Tourtross.
Heute haben wirs etwas schwerer als gestern da wir mal wieder die ersten sind und die leute warmspielen müssen, allerdings gehen die Franzis im letzten Drittel unseres Sets wieder gewohnt aufgeweckt zur Sache. Guttermouth haben es Heute allerdings auch nicht besonders leicht. Die Mad Caddies glänzen wie gewohnt und Snapecase + die Good Riddance  räumen mal wieder voll ab. Coole Scheisse jetzt bin ich aber auf MMB gespannt. Das Intro ist schonmal richtig schön Bombastisch nur dann endtäuschen sie mich doch etwas. Sie spielen irgendwie kraftlos und viel zu viel neue Songs. Wo bleiben die Hits. Nach etwa 45 Minuten
spielen sie dann noch ein 15 Minütiges Hitset und das entschädigt dann doch für die ersten eher lahmen 2/3 ihres Sets. NOFX schenk ich mir Heute mal ausnahmsweisse, da ich das Hotel mit dem Duschzimmer suchen muss, was sich etwas schwierig herausstellt, da der Bottrop nicht in der Lage ist mir den Weg genau zu erklären. Irgendwie hab ich mir anscheinend auch ein bischen Grippe eingefangen und ich schlaf schon unm 10 Uhr Abends und penn bis Mittags am nächsten
Tag die Krankheit weg.

 

  Steve on LSD    
 
01.5.2000 UK Manchester Offday
Der Bühnenmanager vom Apollo ist ein netter, kauziger Typ der uns alle duschen lässt. Nur komm ich mit dem englishen Duschdurchlauferhitzersystem nicht klar, so dass ich  eiskalt Duschen muss und und mein Pillemann  schrumpft, so dass ich mir nicht am Draht ziehen kann. Nach dem Duschen mach ich noch ein nettes Nickerchen und am frühen Abend zieh ich dann mit Adam, Chuck (Mad Caddies) , Zip und Captain James (Guttermouth) los um in Manchester City schwer einen drauf zu machen. Wir pilgern erstmal in so´ne Bierbar wo allerdings nur schreckliche Dancemucke läuft und haufenweisse Juppygören rumhängen. Ein Bier und bloss weg hier. Auf dem Weg zur nächsten Bar stossen wir auf zwei nette Mädels die uns sofort inne Independentdisco abschleppen, wo heute wohl fett Punkrock laufen soll.
Und sie lügen nicht. In der Disco rennen alle möglichen Punker rum. Von Clash bis Nofx läuft alles rauf und runter und wir tanzen alle Pogo. Adam und ich testen uns durch das Sortiment von billigen domestischen Bierchen. Zip, Chuck und der Captain baggern wie die bekloppten. Sprich wir haben einen höllischen Spass.
Die Manchesterianer sind tierisch nette Leute und ich freu mich schon höllisch auf den Gig am nächsten Tag. Wie ich wieder in mein Bett kam, weiss ich allerdings nicht.

 

  Tripping on LSD    
 
02.5.2000 UK Manchester Apollo Theatre
Das Apollo ist ein hammergeiles, riesengrosses altes Theater aus der Zeit als England noch ´ne Weltmacht war. Wir sind Heute schon ausverkauft. Und der Laden wird mit 2500 Leuten rappeldicke voll sein. Dicky lobt mich wieder innen Arsch nachdem er unsern Soundcheck wieder mitspioniert hat und ich hab irgendwie den Eindruck, dass uns die Bosstones offensichtlich in ihr Bandherz geschlossen haben. Die Schlange vor der Halle ist phenomenal. Hier stehen sogar die Punks in einer typisch englischen Schlange. Wahnsinn. Die Halle ist voll und wir fangen die Show an. So´n bischen Bammel hab ich ja schon vor unserem ersten UK - GIG. Aber fuck off. Die Manchesterianer gehen ab wie Bomber-Harry. Da wird gepogt, gedived und zu den Ansagen gelacht und unsere deutschen  Songs kommen prima an. Yes - we are very good gelaunt und nach diesem fetten UK- Debut geb ich mir den ganzen Abend im Puplikum. Guttermouth, Die Mad Caddies, Snapcase, Good Riddance habens heute leicht und liefern auch whnsinns Shows ab. Allerdings sind die Kids heute so dermassen gut drauf, dass es wirklich nicht schwer ist den Funken springen zu lassen. Bei den Bosstones und NOFX bricht dann natürlich die Hölle los und anschliessend geben wir uns die Lager im Pub nebenan. Und dieser Pub hat offen bis inne Puppen. Um 3 Uhr  Morgens fallen wir in die Betten und Adam aussm Bus. Der hat sich in den Kopf gesetzt noch irgendwas zu besorgen was zur Folge hat, dass er unseren Bus  verpasst und gerade noch von NOFX aufgelesen wird die als letzte starten.  Schwein gehabt Bruder.

 

  Live in Berlin    
 
03.5.2000 UK London Stradford Three Miles Island
Hallo London. Ich hab den schrecklichsten Kater der Erde. Englishes bier schmeckt zwar Saugut, nur bereitet einem die Brühe die schrecklichsten Kopfschmerzen der
Erde. Heute wird das grösste Konzert der Tour stattfinden und Snuff geben sich auch noch die Ehre. Unser Tourchef Dave erzählt irgendwas von 10 000 Leuten.
Wow... und dass mit meiner Birne. Adam unsere Soundschnecke ist eingeschnappt vom Vortag und sieht uns nicht mit dem Arsch an. Das Three Miles Island ist ein nettes Kulturgelände im Norden von London und die Bühne ist zum Verlaufen gross. Unser Soundcheck verläuft cool und die Englishen Bühnenarbeiter fahren schon jetzt auf unsere Jokes ab. Irgendwie ist an dieser Deutsch- Englischen Feindschaft anscheinend überhaut nix dran, denn wir verstehen uns seit 2 Tagen prima mit allen Eingeborenen und der Arschlochfaktor im Publikum ist ausserordentlich niedrig. Unseren Gig hab ich allerdings nur dumpf in Erinnerung. Irgendwie war ich immernoch viel zu Blau. Ich mein wir waren schon prima, zumindest tobt unten der Mob und Fat Mike lobt mich aus allen Körperöffnungen. Jedoch geht heute irgendwie alles an mir vorbei. Anschliessend seh ich mir mal wieder die Shows von unseren speziellen Freunden Guttermouth an und ich muss sagen, dass rockt immer mehr. Die Mad Caddies krieg ich auch noch mit und die wuseln wie gewohnt auf der Bühne rum. Dann treffen wir zwei nette Schnecken aus Deutschland
und sie müssen leider 4 total fickgeile Punker ertragen die sich wie verrückt um die beiden buhlen. Gewinner ist Maschine und Ich, höhö. Bottrop hat heute Geburtstag und nachdem Snuff, ...Bosstones und NOFX mal wieder Grossartige Shows hingelegt haben gehts hinten bei den Backstage Containern voll Rockstarmässig zur Sache. Party, Party, Party.... Siggi hat dem Bottrop ´ne olle Torte besorgt mit 45 Kerzen drauf. Die muss der schmutzige, alte Mann jetzt erstmal Ausblasen. Schaffts allerdings nicht ganz und als Big John der Basser der Mad Caddies versucht ihn wegen des missglückten Versuchs auszulachen, kriegt der erstmal die Torte auf die 12. Jetzt gehts hier richtig los. Fetzen von der massakrierten Torte fliegen durch die Gegend und alle Tourinvolvierten Leute drehen völlig am Rad. Es werden Drogen genommen und gesoffen. Dummgequatscht, gelacht und gebrüllt. El Hefe erzählt wiedermal jedem dass er sich scheiden hat lassen und das bringt mich Steve auf die Idee, dass da ja noch Weibsbilder (cooles Wort) auf uns warten. Naja dann mal ran an die Schnuckies. Vom yielen Knutschen tun mir Nachts auf der Fähre die eier weh. Autsch London !!!!!

 

  "Aftershow Disco in Bologna"    
 
04.5.2000 BE Brüssel Ancienne Belgique
Hahaha. heute haben alle den Megahänger. Ausser Steve und Ich. Wir hatten gestern ja noch sportlichen Ausgleich. Ja ja die Terrorgruppe, die grössten, besten und
trickreichsten Stecher der Welt. Am Morgen mussten wir leider Adam unseren Sounddänen feuern, weil er sich anscheinend nicht mehr eingekriegt hat und Nachmittags nach einem Ausprachemeeting, dass unser toller Manager "Pogo Pollack" einberufen hat, waren wir wieder die besten Freunde und nachdem wir unseren Gig abgeliefert haben stehen alle Leute incl.die versammelten Tourtechniker fassungslos da und gratulieren uns zu unserem grossartigen Sound. Wir haben anscheinend gar nicht gemerkt, dass wir das ausverkaufte Ancienne Belgique  wohl mit dem besten Sound gerockt haben. Naja da hat sich die Soundschnecke wiedermal angestrengt. Die Leute sind heute wirklich etwas sehr lahm. auch bei den andern Bands ist die Stimmung am müdesten seit Tourbeginn. Was ist los im Land der Goten.... kommt mal ausm Arsch ihr Schnarcher wir sind doch keine Bluesbands. Allerdings macht das Backstagefeiern umso mehr Spass und ich seh zu wie Mark  von Guttermouth so ´nen  deutschen PC-Fanzinefuzzi argumentell beim Interview auseinander nimmt. Der gute Bub stösst andauernd an die Grenzen seiner doch beachtlichen Englischkentnisse und vor allem an die Grenzen seiner politischen Einstellungen. Ja so gehts wenn man sich beim über die Strasse laufen nicht umsieht. Nach dem Gig feiern einige der 40 Leute noch in einem sündteuren Luxushotel und Jamie von  Guttermouth klaut noch schnell einen lebendigen Lobster
aus dem Hotelaquarium um das Vieh dann durch die halbe Stadt zu schleifen. Der gute Lobster endet allerdings nicht frei in der Nordsee sondern im Teewasserboiler
des Guttermouth Busses. Eric von Guttermouth meinte später der Lobster wär doch etwas Zäh gewesen.Ich geh heute nicht aus, da ich mir den PC Fanzine Fuzzi im Bus vornehme um ihn über homosexuelle Männerliebe aufzuklären.

 

  Chuck (Good Ridd.) and Melvin    
 
05.5.2000 NL Tilburg Club 013
Die Leute die den Club 013 schmeissen sind Hammercool drauf. Das ist das einzige was ich über diesen Tag schreiben möchte. Stoned sollten Punkfans nicht auf ein Konzert gehen. So lahm können 2000 Leute sein und dass 5 Stunden lang bis endlich NOFX ihr letztes Lied spielen. Doch haha. Als das ganze Stonedfolk endlich aus der Halle geschwebt ist, gibts für die etwa 80 verbleibenden Hardcore - Fans noch ´ne Zugabe. Und jetzt machts hier zum erstenmal von Tag Spass.
Wir feiern noch mit den anwesenden Epitaphs und den auch anwesenden HEIDEROOSJES und trinken SNAPCASE ihr bier weg.

 

 
06.5.2000 D Bremen Aladin
Hihaho endlich wieder in Deutschland. Manchmal freut man sich halt doch wieder in heimischen Gefilden zu spielen. Wir müssen nämlich nicht als erste spielen und in der Apotheke gibts genau das Zeug was man exakt braucht. Das Aladin ist ein echt schöner alter, vergammelter Laden und wir kennen die halbe Local-Crew. Ich spiel sowiso sehr gern in Bremen und Ostfriesland. Irgendwie sind die Leute saugut drauf hier. Guttermouth eröffnen heute die Show und sind wieder grossartig wie immer. Ich hab bislang ja schon durchblicken lassen, dass mir diese Combo sehr am Herzen liegt. Erstens haben die einen klasse Humor, sind ultra nett drauf und ein paar Hits von dieser Combo gehen mir einfach nicht aus dem Kopp. Ihre Liveshow ist fantastisch vor allem wenn man bedenkt, dass die Leute im Schnitt die ältesten von allen Bands sind. Vor allem Sänger-Frontsau Mark rockt das Haus jeden Tag und lässt eine Schote nach der andern raus über die ich mich regelmässig bepissen könnte.  Also holt euch die Platten dieser Band werdet Fan sowie ich und freut euch.
Die Mad Caddies haben heute die undankbare Aufgabe für uns anzuheizen und schlagen sich dabei nicht schlecht. Allerdings kommen die Jungs aus Santa Barbara im europäischen Ausland entschieden besser an. Unsere Show  entwickelt zu einer Art Heimspiel. Ein riesiger Mob tanzt ausser Rand und Band, die Leute diven und singen unsern Quatsch mit.Es ist scheisse heiss und der Laden brechend voll. Nach der Show treff ich noch höllisch viel alte Bekannte und irgendwie kommt mir das heute alles sehr, sehr heimisch vor. Dicky schenkt mir noch seine neue CD  und Dave Pollack kämpft mit  Bottrop  einen Footfight mit vollen Joghurtbechern.
Die Good Riddance haben heute irgendwie Ärger mit dem Publikum . Ich habs zwar nicht mitbekommen aber Chuck erzählte mir nach der Show, dass er wohl angespuckt wurde und ins Puplikum sprang um das Lahma abzustrafen. Beim Sprung hat er sich irgendwie den grosse Zehnagel abgerissen und nun bluted er wie ´ne abgestochene Sau aussm Turnschuh. Ich verarzte ihn erstmal mit meinem ErstePunkerhilfeset für Pogoverletzte Punker, dass die Terrorgruppe immer mit sich führt.
wegen dieser Aktion verpass ich leider Snapcase. Die Bosstones werden von Tag zu Tag besser und heute ist ihr bislang bester Tag.
Was kann ich zu NOFX noch sagen. Wird glaub ich langsam langweilig wenn ich diese Band immer weiter lobe, aber sie sind halt jeden verdammten Abend brilliant, lustig und genial.

 

 
07.5.2000 DK Kopenhagen Grey Hall
Die Grey Hall liegt im Christiania, welches ein Hippigelände ist, dass seit den 60ern besetzt ist. Im Christiania darf man Hasch rauchen aber keine harten Drogen nehmen. Scheiss Hippibande!!! Die Halle ist allerdings riesig und die Vorverkäufe die schlechtesten der Tour. Ja, ja die Scandinavier stehen halt gerade nicht so auf Punkrock, sondern auf diesen ganzen Retrorockscheiss. Ich kann auch diese ganzen Rockfotzen mit ihren superhippen Flammenshirts nicht mehr sehn. Dieser Hype geht mir tierisch auf die Klöten. Wir sind heute die ersten und es sind etwa nur 200 Leute in der Halle. Das ist ein schweres Unterfangen. Ein Paar Finnen sind extra wegen uns nach Dänemark gekommen und machen zum Glück Aktion im Puplikum, so dass uns der Gig nicht völlig sinnlos vorkommt. Irgendwann reichts mir dann und ich mache mit den Leuten eine Punkrockpolonaise. Allerdings ist es schwierig dieses Vorhaben den Leuten beizubringen, da der Englishe Name dafür Kongoline ist und die Leute anfangs nicht so ganz verstehn was das eigentlich soll. Nachdem ich mit den 5 Finnen hinter mir einmal durch die ganze Halle gerannt bin kriegen die restlichen auch mit was das soll und die Schlange wird länger und länger. Naja die Leute finden uns dann halt trotzdem cool. Für Guttermouth und die Mad Caddies
siehts heute auch nicht so rosig aus, da die Leute einfach viel zu langsam in die Halle kommen. Good Riddance und Snapcase haben heute schon mehr Glück und bei den Bosstones ist die Halle dann schon etwas voller. Als dann NOFX vor ca. 800 Leuten ihre, wie immer brilliante Show abliefern, kommt plötzlich Dicky auf die Bühne und wirft zusammen mit Fat Mike seine ganze Gage ins Puplikum. "Hier habt ihr euren Eintritt zurück" die Leute wuseln wie  wild auf dem Boden rum um die Kohle aufzusammeln Cooler Anblick!! Coole Aktion. Da soll mal einer irgendwas über Kommerz erzählen. Ich glaube diese Tour mit ihren Eintritts-, T-Shirtpreisen und dem ganzen Programm ist so ziehmlich das fairste was man auf die Beine stellen kann. Naja soviel zum Tourzuschauertiefpunkt allerdings waren die anwesenden Skandinavier ein cooles Puplikum und somit die Show nicht überflüssig.

 

  Chuck and El Hefe    
 
09.5.2000 D Nürburgring Rock am Ring  Festival
Gestern hatten wir einen wunderschönen Offday. Bottrop hat sich mit den Jungs von Schlammtaucher Produktions in Hamburg getroffen. Die Jungs haben einen geilen Film gedreht. Das Teil heisst OI WARNING.DerFilm  ist ein ehrlicher S/W Kinofilm über Punks, Skins, Mods und Bauwagenleute und kommt am 19. Oktober
2000 in die Kinos. Wir haben mittlerweile den Titelsong namens "Stay away from the good guys" dafür geschrieben und aufgenommen. Ihr könnt den Song ab 13. Oktober  käuflich erwerben, denn dann kommt die Doppel A Seiten  EP Enemy No1/Stay away from the good guys raus. Ausserdem haben wir noch 3 weitere Songs auf die Singel gepackt und zwar All comic hereoes... , Nicht mein Land und Das Scheisslied. Die Single ist der absolute Bringer und wir sind gerade dabei 2 Videos dafür zu drehen.
So genug der Werbung!! Heute Nacht steigt noch Max Benzino Napoloni unser Lieblingsroady in den Bus. Der wird uns die nächsten Tage aushelfen.
Ach ja und Zip Schlitzer und Bottrop haben sich noch ´ne stinklangweilige show von Kings X reingezogen. Selber Schuld, ich hab mit Dave von Good Riddance
und Fanta  `ne coole Hafenrundfahrt veranstaltet.
Heute Morgen seh ich aus dem Bus und wir szehen direkt an der Nürburgring Rennstrecke. Cool, ich bin ja totaler Fomel 1 Fan und freu mich wie ein Schneider:
Mit unserer Epitaph Promotion Frau Marlene heizz ich erstmal ein Stück von der  Rennstrecke hoch und runter. Im Mietauto. Die gute Marlene hat Hummeln im Arsch. Fährt wie´ne Bekloppte. Macht ausserordentlichen Spass.
Zum Glück spielen wir heute im Zelt. Auf dieser riesen Bühne käm ich mir doch ganz schön verloren vor. Ausserdem spielen da heute nur so Schnarchtassen wie Pearl Jam (bei denen sollen sich ja in Roskilde Leute zu Tode gelangweilt haben) , Bush und Oasis. Doch vorher sollen wir noch im Zelt für diese Gurkenzeitschrift Visions
eine Autogrammstunde abhalten. Nur um ein paar ihrer schwachsinnigen Trendheftchen zu verkaufen, hängen die sich auch an allen und jeden ran. Für uns ist das allerdings ein super Ding um Epitaph Aufnäher und Freitapes unter die Leute zu bringen. Wir mussten unsere Tour ja leider aufsplitten so dass nur die Good Riddance , Snapcase, ...Bosstones und wir auf dieser Bühne heute auftreten.   Und das Zelt ist  der Deconstruction Helden bis auf den letzten Platz gefüllt.
Ausserdem stehen draussen mindestens noch tausend Leute die auch lieber bei uns abrocken würden als sich bei Pearl Jam tod zu langweilen. Good Riddance + Snapcase rocken wie Sau. Die leute hüpfen und fliegen und es ist schweine heiss im Zelt. Hut ab wie souverän die bei dieser Hitze ihre Shows durchziehen. vor uns spielen die Alternativ Allstars und das Zelt wird immer leerer. Doch keine Panik, als wir dann endlich unser Intro anlaufen lassen ist das Zelt wieder rappelvoll und ich denke wir haben einen der besten Gigs seit langem. Es sind wirklich sehr coole Leute da und die Stimmung ist trotz Graben und Riesenkommerzfestival phenomenal.
Nach uns räumen noch Goldfinger und die Bosstones ab und wir feiern unseren Gig gebührend mit Mixdrinks, Mädchen und dem völlig besoffenen Caddi (Wohlstandskinder) + dem Wohlstandsshirtverkäufer.
We rocked Rock am Ring !!!!!

 

 
10.05.00 S Zürich Rote Fabrik
Wir spielen draussen. Die Rote Fabrik liegt am See und Backstage ist ein Steg auf dem wir alle fleissig rumliegen und baden gehn. Die Cateringolle ist ein unfreundlicher Politdrache, die ständig nur rumstresst und ein schwarzes Tuch über Zip Schlitzers "Samantha Fox" Bassbox hängt. Später kriegen wir noch raus,
dass die Tante sich noch höllisch Kohle in ihre PC Taschen hamstern wollte. Soviel zum unangenehmen Teil  des Tages. Heute spielen wir wieder recht weit oben in der Reihenfolge. Die Mad Caddies und Guttermouth liefern richtig witzige Shows ab und die PC-Tante regt sich natürlich auch noch über Guttermouth auf.
Hat die ein Schwein, dass ich mich heute nicht gedenke auszuziehen. Unser Gig macht Spass und der Pit macht fleissig bei der Punkrockpolonaise mit. Heute spielt die Deconstruction Tour ohne NOFX so dass die Good Riddance und die Bosstones Headliner sind. Die machen ihre Sache auch reichlich gut und die anwesenden
ca. 2000 Leute scheinen alle grossen Spass zu haben. Es kommt einfach jeder auf seine Kosten. Übrigens, die PC Tante mochte wohl doch ´ne Band!!!! Snapcase
Während ihrem Gig stand sie wie ein lechzendes Groupie neben der Bühne und photographierte wie bekloppt. Nach der show verkaufen wir noch fleissig unsere geschmuggelten Shirts und quatschen mit den anwesenden Punkern. Die PC Tante wirft uns raus nachdem sie mitgekriegt hat, dass uns ihr überteuertes Catering
nicht geschmeckt hat.

 

 
11.05.00 D Nürnberg Rock im Park
siehe Rock am Ring !!!! Aber eins muss ich noch zu dieser schrecklichen Combo "Crazy Town" sagen. Ein A&R Manager von irgend so´ner amerikanischen Mongo
Plattenfirma fuhr durch irgendein Inzuchtkaff im mittleren Westen Amerikas. Er fuhr and so´nem zusammengefallenen Haus vorbei und was sieht er da auf der Veranda sitzten. Einen Haufen von Vollhirnis. Auf einmal schiesst ihm diese Vision durch den Kopf. Was wäre wenn man diesen Mutantenhaufen nehmen würde um daraus eine Band zu formieren. Die Bandversion von Texas Chainsaw Massacre. Der gute Plattenheini sieht die Dollars vor Augen und startet das Unternehmen und genau so trendy und dumm klingt die Scheisse auch.   

 

 
12.05.00 D Berlin Columbiahalle
Das Abschlusskonzert der Tour. Alle sind gut gelaunt, das Wetter ist prima und alle vertreiben sich die Zeit auf dem Parkplatz der Columbiahalle. Etwa 2 300
kommen so langsam in die Halle und bei uns hinten wimmelts nur so von Backstageschnorrern. Guttermouth und die Mad Caddies gehen heute schon sehr früh auf die Bühne und habens etwas schwer. Allerdings sind ihnen die Leute freundlich gewillt und man kann sich schon vorstellen, dass es Abends ´ne Bomebenstimmung geben wird. Snapcase rocken gewaltig das Haus und die anwesende Hardcoregemeinde freut sich wie ein einziges kleines Kind.  Zum Glück ziehen Snapcase nicht
diese HC-Tough-Armeverschränker an, denn diese Art von Machos kann ich einfach nicht ab. Die Good Riddance legen wieder ein phenomenal geiles Set hin und die Leute feiern und hauen nicht ab wie im "Visions" nachzulesen war. Dann kommen wir. War natürlich ein Heimspiel aber ein geiles. Die Bosstones  haben den Gig der Tour und bei NOFX muss ich das Portemonaie  meiner betrunkenen Freundin suchen. Nach der Show karrt uns ein Kleinbus in mehreren Anläufen zur Aftertourparty in die Franken- Bar. Und was jetzt kommt könnt ihr im Drogenreport des Bundeskriminalamts nachlesen.
Schön wars und ich musste 1 Woche lang durchschlafen.